Indizienprozess: 18 Jahre für Mord an Dealer
publiziert: Montag, 4. Jun 2007 / 12:10 Uhr

Basel - Für den brutalen Mord an einem Drogenhändler in Basel muss ein 48-jähriger Schweizer 18 Jahre hinter Gitter. Das Strafgericht sprach ihn aufgrund von Indizien schuldig. Er bestreitet die Tat und zieht den Fall weiter.

Der Angeklagte konsumierte bei dem Dealer Kokain.
Der Angeklagte konsumierte bei dem Dealer Kokain.
Opfer war ein 59-jähriger Dealer, bei dem der Angeklagte regelmässig Kokain kaufte. Der Drogenhändler war 2005 in der eigenen Wohnung erschlagen worden; über den zertrümmerten Schädel wurde noch ein Plastiksack gestülpt und im Logis eine Kerze für einen verzögerten Brand arrangiert.

Das Gericht attestierte dem Angeklagten «sehr schweres Verschulden». Es sei um Geld gegangen, und die brutale Tat sei geplant gewesen und konsequent vollzogen worden.

Beim Strafmass zog das Gericht die Drogensucht samt Beschaffungsstress und familiäre Probleme sowie einen Jobverlust als mildernde Umstände mit ein.

Das Gericht begründete seine Einschätzung mangels Tatzeugen und Geständnis mit Indizien, insbesondere diversen DNA-Spuren an einer Jacke, Handschuhen und einer Kappe. Der Verteidiger hält die Argumentation nicht für ausreichend stichhaltig; zu viele Fragen blieben offen. Er hat deswegen umgehend appelliert.

(dl/sda)

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