Verheerender Fehler
Indonesische AIDS-Kampagne bestätigt falsche Vorurteile
publiziert: Montag, 23. Nov 2015 / 08:31 Uhr / aktualisiert: Montag, 23. Nov 2015 / 10:20 Uhr
Falschen Vorurteilen wird hier noch eingeheizt.
Falschen Vorurteilen wird hier noch eingeheizt.

Jakarta - Die Empörungsflut im Social Web war gewaltig, als hunderte Plakate des indonesischen Gesundheitsministeriums in der Hauptstadt Jakarta darüber informierten, dass der AIDS verursachende HI-Virus durch Insektenstiche, Schwimmen und Niesen übertragen werden kann

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Das für die Kampagne aussagekräftige Wörtchen «nicht» vergass die Druckfirma leider und liess den letzten Entwurf der Plakate vor dem Aufhängen leider auch nicht absegnen.

Vorurteile werden befördert

«Das Ministerium muss eine massive und systematische Aufklärungskampagne durchführen, um diesen Fehler wiedergutzumachen», fordert Aditya Wardhana, Aktivist bei der Indonesia AIDS Coalition. In Indonesien werden Menschen, die den HI-Virus in sich tragen, stark stigmatisiert - die aktuelle Kampagne hat das noch mehr gefördert, anstatt die Vorurteile zu reduzieren.

«Wir haben uns öffentlich entschuldigt und nun werden die Banner abgenommen und durch die korrekten ersetzt», beschwichtigt Muhammad Subuh, Gesundheitsministerialbeamter, indes gegenüber der AFP. «Sie haben das Wort 'nicht' vergessen - es war ein aufrichtiger Fehler.» Auch die Druckfirma hat sich dafür bereits entschuldigt.

660'000 Menschen betroffen

In Indonesien leben laut Schätzungen der Vereinten Nationen 660'000 Menschen mit dem tödlichen Virus. Das Wissen über die Übertragung, die durch Blut oder Sex stattfindet, ist aber auch in den höchsten Riegen der Politik gering: Im Februar vertrat der mittlerweile abgesetzte Handelsminister Rachmat Gobel die Ansicht, dass durch Second-Hand-Kleidung HIV übertragen werden könne.

(pep/pte)

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