Kontakt über soziale Netzwerke
Indonesische Kidnapper suchen Opfer auf Facebook
publiziert: Donnerstag, 1. Nov 2012 / 23:54 Uhr
Facebook hat zu den Vorfällen mittlerweile Stellung genommen. (Symbolbild)
Facebook hat zu den Vorfällen mittlerweile Stellung genommen. (Symbolbild)

In Indonesien wurden dieses Jahr bereits 27 Kinder auf Facebook ausgeforscht, entführt und sexuell misshandelt.

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Die Entführer versuchten laut Angaben der indonesischen Polizei die Kinder auch über SMS und andere Medien zu kontaktieren und sie zu einem Treffen zu drängen. Kinderschützer schlagen Alarm und warnen vor den Gefahren sozialer Netzwerke.

Wettlauf gegen die Zeit

Viele junge Indonesier sind sich der Gefahren, die digitale Medien mit sich bringen, nicht bewusst. Teenager veröffentlichen oft persönliche Fotos und Daten, ohne entsprechende Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Dadurch geraten sie ins Visier von Entführern und Vergewaltigern.

«Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit und der Facebook-Wahn ist ein grosser Trend in Indonesien», sagt Arist Merdeka Sirait von der National Commission for Child Protection. Sie fordert die Polizei dazu auf, schneller zu Handeln, um weitere Fälle zu verhindern.

Falsche Versprechungen

Medienanalysen zufolge sind rund 50 Mio. Indonesier auf Facebook aktiv. Damit reiht sich Indonesien unter die Länder mit der stärksten Nutzung des sozialen Netzwerks. Die Opfer werden aber nicht nur auf Facebook ausgeforscht. «Vor allem Jugendliche werden von den Tätern per SMS angesprochen», sagt Leonarda Kling von Terre des Hommes. «Es werden falsche Versprechungen gemacht. Junge Menschen wollen das neueste Smartphone oder neue Kleidung haben. Das machen sich die Täter zum Vorteil.»

Die indonesische Regierung sagt, dass im vergangenen Jahr 435 Kinder entführt und sexuell ausgebeutet wurden. Davon wurden 27 Fälle mit Facebook in Verbindung gebracht. Experten gehen aber von einer viel höheren Zahl aus. Entführungen werden oft nicht angezeigt, weil sich die betroffenen Familien vor einer Stigmatisierung im weltweit grössten muslimischen Land fürchten. Ausserdem glauben viele Eltern nicht daran, dass die Polizei bei der Suche nach ihren Kindern helfen kann.

Facebook gegen Menschenhandel

Facebook hat zu den Vorfällen mittlerweile Stellung genommen und betont, dass die Mitarbeiter das Netzwerk regelmässig auf verdächtige Inhalte und auffälliges Verhalten absuchen und eng mit den Behörden zusammenarbeiten. Besonders Informationen über Menschenhandel werden laut Facebook sofort an die Polizei weitergeleitet.

«Wir nehmen diese Angelegenheit sehr ernst. Solche Aktivitäten sind auf unserem Netzwerk zwar nicht sehr verbreitet, wir haben aber Vorkehrungen getroffen, mit denen wir gegen die Täter vorgehen», schreibt Facebook-Sprecher Andrew Noyes. Die Vorfälle in Indonesien wollte er nicht kommentieren.

(bert/pte)

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