Industrieländer steigern Treibhausgas-Ausstoss
publiziert: Donnerstag, 17. Nov 2005 / 21:29 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 17. Nov 2005 / 22:21 Uhr

Bonn - Trotz der Ziele des Klimaschutzprotokolls von Kyoto ist in fast allen Industrieländern der Ausstoss von Treibhausgasen wieder gestiegen. Bei gleicher Politik droht bis 2010 sogar ein Anstieg um durchschnittlich 10,6 Prozent im Vergleich zu 1990.

In der Schweiz wird entfällt der Hauptanteil des Treibhausgas-Austosses auf die Energie.
In der Schweiz wird entfällt der Hauptanteil des Treibhausgas-Austosses auf die Energie.
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Das geht aus einem UNO-Bericht hervor, der in Bonn vorgelegt wurde. Untersucht wurden 40 Industriestaaten. Ohne die grossen Verminderungen der Treibhausgase durch den wirtschaftlichen Umbruch in den früheren sozialistischen Ländern, die das Gesamtbild schönen, sehe die Lage noch weit düsterer aus.

Im Jahr 2010 dürfte der Treibhausgas-Ausstoss dieser Staaten zwar immer noch um 18,3 Prozent unter demjenigen von 1990 liegen; zugleich wird jedoch für die westlichen Industriestaaten im selben Zeitraum ein deutlicher Anstieg um 19,5 Prozent prognostiziert.

Laut Kyoto-Protokoll sind hier bis 2012 eine Minderung von mindestens 5 Prozent anvisiert. Die Auflagen des Protokolls betreffen nur Industrieländer.

Verminderung bleibt «Herausforderung»

Die Daten in der bisher umfassendsten Zusammenstellung über die weltweite Entwicklung bei den Treibhausgasen zeigten, dass die Verminderung von Treibhausgasen eine «Herausforderung» für die Industrieländer bleibe, sagte der amtierende Chef des UNO-Klimasekretariats, Richard Kinley.

Insgesamt ergibt sich für die Industrieländer von 1990 bis 2003 ein Minus von 5,9 Prozent. In den früheren sozialistischen Ländern sank der Ausstoss um 40 Prozent. Seit etwa 2000 ist es mit dem Trend zur Verminderung jedoch in beiden Länderkategorien wieder vorbei.

EU liegt mit einer Reduzierung der Treibhausgase um 1,4 Prozent bis 2003 (verglichen mit 1990) bislang noch deutlich unter der Vorgabe des Kyoto-Protokolls von minus 8 Prozent.

Minus von 0,4 Prozent in der Schweiz

Die Schweiz verzeichnete von 1990 bis 2003 ein Minus von 0,4 Prozent. Das nationale Ziel bis 2012 liegt bei minus 8 Prozent. 2000 war der Ausstoss in der Schweiz 2,3 Prozent geringer als im Vorjahr. Nach einem Rückgang von 0,7 Prozent 2001 im Vergleich zum Vorjahr und von 2,4 Prozent 2002, verzeichnete die Schweiz 2003 ein Minus von 0,4 Prozent.

Der Hauptanteil des Treibhausgas-Austosses entfiel in der Schweiz im Jahr 2003 auf Energie (51 Prozent) vor dem Verkehr (29,3 Prozent). Den Rest bilden laut Studie Industrieprozesse, Landwirtschaft und Abfall.

(bert/sda)

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