Unterschriften in weniger als elf Monaten gesammelt
Initiative für Einheitskasse steht
publiziert: Dienstag, 22. Mai 2012 / 12:23 Uhr
Eine einzige Krankenkasse wird mit der Initiative angestrebt.
Eine einzige Krankenkasse wird mit der Initiative angestrebt.

Bern - Die Initiative für eine öffentliche Krankenkasse ist nach Angaben der Initianten mit 115'468 beglaubigten Unterschriften zustande gekommen. Der Trägerverein wird das Volksbegehren morgen Mittwoch bei der Bundeskanzlei einreichen, wie er am Dienstag mitteilte.

9 Meldungen im Zusammenhang
Ziel der Volksinitiative ist eine einzige Krankenkasse für die Grundversicherung. Hinter dem Begehren steht ein Trägerverein, dem über 20 Organisationen, Verbände und Parteien angehören. Darunter sind die SP, die Grünen sowie Patienten- und Konsumentenorganisationen.

Die Initianten hatten die Unterschriften in weniger als elf Monaten gesammelt. Die Sammelfrist läuft eigentlich noch bis am 31. Juli 2012. «Die Unterschriftensammlung belegt eindrücklich, wie sehr die Bevölkerung unter der steigenden Prämienlast und der Willkür einzelner Krankenversicherungen leidet», sagte Erika Ziltener, Präsidentin des Trägervereins, gemäss der Mitteilung.

Kantonale Agenturen

Die Einheitskrankenkasse soll in jedem Kanton mit einer Agentur vertreten sein. Diese kantonalen Zweigstellen müssten die Prämien festlegen und das Geld eintreiben, heisst es auf der Webseite des Trägervereins. Das Modell entspreche jenem der Unfallversicherung Suva.

Mit diesem System wollen die Initianten «die Kosten dauerhaft in den Griff bekommen» und gleichzeitig die Versorgungssicherheit verbessern. Insbesondere entfalle der «teure Scheinwettbewerb unter den Krankenkassen und die alljährlichen, aufwändigen Kassenwechsel in der Grundversicherung», wirbt der Trägerverein für sein Anliegen.

Bei einer Annahme der Initiative müssten sich die heute existierenden privaten Krankenkassen aus dem Geschäft der obligatorischen Grundversicherung zurückziehen und sich auf den Bereich der Zusatzversicherungen konzentrieren.

Gemäss einer Umfrage des Krankenkassen-Dachverbandes santésuisse vom vergangenen Herbst stehen die Chancen für eine Einheitskrankenkasse zurzeit nicht schlecht: Rund zwei Drittel der rund 1200 Befragten können sich demnach für die Idee erwärmen.

Deutliches Nein vor fünf Jahren

Das Schweizer Stimmvolk hatte bereits einmal über einen Systemwechsel bei der Krankenversicherung zu befinden: Im März 2007 lehnten über 70 Prozent die Volksinitiative «für eine soziale Einheitskrankenkasse» eines Westschweizer Komitees ab.

Allerdings - und darin besteht der Unterschied zur neuen Vorlage - verlangte die alte Initiative nicht nur eine Einheitskasse, sondern auch einkommensabhängige Prämien.

(bg/sda)

Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von einer Leserin oder einem Leser kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Keine Zustimmung für die Vorschläge des Gesundheitsministers.
Bern - Die Initiative für eine ... mehr lesen
Bern - Der Gegenvorschlag des ... mehr lesen 3
Der Bundesrat will eine Rückversicherung für sehr hohe Kosten.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Die SVP möchte den Selbstbehalt von 700 auf 1400 Franken heben. (Symbolbild)
Bern - Im Kampf gegen steigende Gesundheitskosten möchte die SVP die Eigenverantwortung stärken und die Patientinnen und Patienten stärker zur Kasse bitten. In einem ... mehr lesen 7
Versicherungen Bern - Der Unmut der Versicherten gegenüber den Krankenkassen wächst. Ältere Versicherte fühlten sich abgeschoben, wenn ihre Zusatzversicherungsprämien massiv aufschlagen. Jüngere Versicherte fänden, die Kostenkontrolle müsse verstärkt werden, damit von der Versicherung nicht übermässig profitiert werde. mehr lesen 
Bern - Eine Mehrheit der Schweizer Wahlberechtigten befürwortet die Schaffung einer Einheitskrankenkasse. 56 Prozent unterstützen das Anliegen, für welches linke Parteien und Organisationen derzeit Unterschriften sammeln. mehr lesen 
Die FDP ist klar gegen die Idee der ... mehr lesen 2
Felix Gutzwiller und Ignazio Cassis wollen die Managed-Care-Vorlage durchbringen.
"steigenden Prämienlast"
Wo liegt das Problem? Wenn man keine Steuern, Krankenkasse etc. zahlen muss weil man gezwungen wird Schwarzarbeit zu machen bleibt viel mehr Geld übrig für private bessere Versicherungen. Und das gute daran ist, dass die Schwarzarbeit viel höher bezahlt wird als "normale" Arbeit. Noch besser allerdings ist, dass seitens der Behörden gegen Schwarzarbeit nichts getan werden kann wenn sie aus Notwehr verrichtet wird und zum Überleben der Familie dient bzw. die soziale Unabhängigkeit, Sicherheit und Integrität des Betroffenen und seiner Familie vollumfänglich gewährleistet.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Reaktionäre Kräfte schliessen sich für das Referendum zusammen, mit dabei auch EDU-Präsident Hans Moser.
Reaktionäre Kräfte schliessen sich für das Referendum zusammen, mit ...
Reaktionär  Bern - Gegen die geplante Stiefkindadoption für Homosexuelle regt sich Widerstand. Sollte das Parlament das neue Adoptionsrecht in der vorliegenden Form verabschieden, will ein überparteiliches Komitee aus den Reihen der SVP, CVP und EDU das Referendum ergreifen. mehr lesen 3
Unternehmenssteuerreform  Bern - Zu Beginn der Sommersession am Montagnachmittag beugt sich der Ständerat zum zweiten Mal über die Unternehmenssteuerreform III. Von einer Einigung sind die Räte weit entfernt: So weit wie der Nationalrat will die kleine Kammer der Wirtschaft nicht entgegenkommen. mehr lesen  
Gotthard 2016  Altdorf - Die Alpen-Initiative fordert den Bundesrat auf, mit der Verlagerung der Gütertransporte von der Strasse auf die Schiene vorwärts zu machen. Die Mitglieder verabschiedeten an ihrer Mitgliederversammlung eine Resolution an die Adresse von Bundesrätin Doris Leuthard. mehr lesen  
Zustimmung bröckelt  Bern - Bei der Pro-Service-public-Initiative, die von Bundesrat und allen Parteien im Parlament bekämpft wird, zeichnet sich ein offenes Rennen ab. ... mehr lesen  
Die Zustimmung zur Pro-Service-public-Initiative ist gesunken.
Titel Forum Teaser
  • melabela aus littau 1
    es geht nicht nur um homosexuelle ich bin eine frau und verheiratet mit einem mann. leider betrifft es ... So, 14.08.16 13:18
  • Pacino aus Brittnau 731
    Kirchliche Kreise . . . . . . hatten schon immer ein "spezielles" Verhältnis zu ... Do, 09.06.16 08:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • Pacino aus Brittnau 731
    Demokratie quo vadis? Wenn die Demokratie den Stacheldraht in Osteuropa-, einen Wahlsieg von ... Mo, 06.06.16 07:55
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Es... muss darum gehen, die Kompetenz der Kleinbauern zu stärken. Das sorgt ... Do, 02.06.16 13:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Kindeswohl egal! Es geht doch vor allem um die eigenen Kinder der Betroffenen. Die ... Do, 02.06.16 08:10
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Verlust der Solidarität: Verlust der Demokratie! Vollständig und widerspruchsfrei beantworten lässt sich das wohl nicht. ... Mi, 01.06.16 00:18
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Unterstützung "Deshalb sind für die Sozialhilfe 267 Millionen Franken mehr und für ... Di, 31.05.16 10:38
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 5°C 19°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig freundlich
Basel 6°C 21°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig freundlich
St. Gallen 5°C 16°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig freundlich
Bern 6°C 19°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig freundlich
Luzern 7°C 18°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig freundlich
Genf 9°C 22°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig Wolkenfelder, kaum Regen
Lugano 16°C 19°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wechselnd bewölkt, Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten