Initiative für mehr Ärzte-Ausbildungsplätze
Initiative für mehr Ausbildungsplätze für Ärzte lanciert
publiziert: Dienstag, 9. Apr 2013 / 10:00 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 9. Apr 2013 / 11:18 Uhr
Die Kantone sollen so viele Ärztinnen und Ärzte ausbilden müssen, wie in der Schweiz langfristig benötigt werden.
Die Kantone sollen so viele Ärztinnen und Ärzte ausbilden müssen, wie in der Schweiz langfristig benötigt werden.

Bern - Die Kantone sollen so viele Ärztinnen und Ärzte ausbilden müssen, wie die Schweiz langfristig braucht. Das fordert eine Volksinitiative mit dem Titel «Mehr Ausbildungsplätze in der Humanmedizin - Stopp dem drohenden Ärztemangel».

6 Meldungen im Zusammenhang
Die Initianten haben bis 9. Oktober 2014 Zeit, um die für das Zustandekommen der Initiative nötigen 100'000 Unterschriften zu sammeln. Sammelfrist und Initiativtext wurden am Dienstag im «Bundesblatt» veröffentlicht. Gleichentags stellten die Initianten ihr Begehren in Bern den Medien vor.

Im Komitee sitzen junge Leute mehrerer Berufsgattungen und aus mehreren Parteien. Das Komitee sucht den Schulterschluss mit der Ärzteverbindung FMH und anderen Ärztegesellschaften, wie Daniel Häuptli, Präsident und Gründer des Komitees, ausführte. Die FMH entscheide im Mai, ob sie die Initiative unterstütze.

Auch Carrel dabei

Im Rücken hat das Komitee ein «Patronat Gesundheitswesen», dem unter anderen der Berner Herzspezialist Thierry Carrel angehört. Vertreten sind auch verschiedene Ärztegesellschaften, leitende Ärztinnen und Ärzte von Spitälern und Spitalleitungen.

In der Schweiz gebe es genügend motivierte junge Menschen, die Medizin studieren wollten, es aber wegen der Zulassungsbeschränkung nicht könnten, halten die Initianten fest. Kompensiere die Schweiz den Ärztemangel mit Medizinern aus dem Ausland, verursache sie einen Brain-Drain in Entwicklungsländern.

Zurzeit schliessen in der Schweiz pro Jahr 700 bis 800 Ärzte ihr Studium ab, wie die Initianten mit Berufung auf Zahlen des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) schreiben. Nötig wären eigentlich fast doppelt so viele, nämlich 1320 bis 1420.

Die heute fehlenden 620 Ausbildungsplätze würden zusätzlich rund 75 Millionen Franken pro Jahr kosten - laut Initianten pro Kanton 2,9 Millionen Franken. «Für den Kanton Bern wären das 0,03 Prozent des jährlichen Aufwandes», sagte Häuptli. Das viel kleinere Schaffhausen müsste 0,46 Prozent seines Aufwandes beisteuern.

Falls nötig Anweisungen vom Bund

Gemäss Initiativtext müssen die Kantone ermitteln, wie viele Ärzte landesweit langfristig gebraucht werden, die Ausbildungskapazität erheben und gemeinsam eine gesamtschweizerische Planung beschliessen. Sie müssen sicherstellen, dass zwischen Bedarf und Kapazität des Ausbildungssystems keine Differenz besteht.

Die Initianten fordern eine subsidiäre Bundeskompetenz: Kommen die Kantone ihrer Pflicht nicht nach oder geht der Bund von einem anderen Bedarf an Ärzten aus als die Kantone, weist er die Stände an, die Differenz zu beheben. Bleiben ungedeckte Kosten, müssen die Kantone dafür aufkommen.

Dass die Schweiz bei der Ärzte-Ausbildung nachholen muss, ist auch dem Bundesrat und den Kantonen klar. Im August 2012 einigten sich Bund und Kantone darauf, ab 2018/2019 jährlich 300 Ärzte mehr auszubilden. Welche Seite die Kosten dafür tragen soll, blieb dabei offen.

Damit kämen ab 2029 zwar mehr Fachärztinnen und Fachärzte auf den Arbeitsmarkt, aber nicht genug, sagte Häuptli dazu. Das Komitee macht dazu geltend, dass 2021 drei von vier Hausärzten das Rentenalter erreicht haben werden. Die 300 zusätzlichen Humanmediziner kämen zu spät, um diese Abgänge zu kompensieren.

(tafi/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
1
Forum
Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von einer Leserin oder einem Leser kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Die Schweiz wird auch nach der Annahme der Masseneinwanderungsinitiative noch lange auf ausländische Ärztinnen und ... mehr lesen
Zwischen 2008 und 2013 nahm die Anzahl Studienabschlüsse um einen Drittel zu. (Symbolbild)
Bellinzona - Die Pläne für ein Masterstudium Medizin im Tessin werden konkreter. Studenten sollen ab dem Jahr 2017 die ... mehr lesen
Angestrebt würden Jahrgänge mit jeweils rund 70 Studenten.
Bern - Der Numerus clausus für das Medizinstudium bleibt bestehen. Der Ständerat hat am Montag eine Motion aus dem Nationalrat, welche die Zulassungsbeschränkungen bodigen wollte, ohne Gegenstimme abgelehnt. mehr lesen  1
Initianten der Volksinitiative «Ja zur Hausarztmedizin». (Archivbild, 2011)
Bern - Der Nationalrat will den Gegenvorschlag zur Hausarztinitiative noch nicht ... mehr lesen
Weitere Artikel im Zusammenhang
Bern - An Schweizer Universitäten werden zu wenig Ärzte ausgebildet. Weil niemand dafür bezahlen will, werden aber kaum ... mehr lesen
Ein Kollaps im Gesundheitswesen habe bisher durch den Import ausländischer Ärzte abgewendet werden können.
medizinstudium
Unter der Seite stopp-aerztemangel.ch finden Sie einen Unterschriftsbogen.
Ehepaare sollen bei den Steuern und den Sozialversicherungen nicht schlechter gestellt werden als Konkubinatspaare, darin waren sich die Ständeräte einig. (Symbolbild)
Ehepaare sollen bei den Steuern und den ...
Ständerat stimmt auch zu  Bern - Der direkte Gegenvorschlag zur CVP-Initiative gegen die Heiratsstrafe steht. Nach dem Nationalrat hat am Mittwoch auch der Ständerat einer entsprechenden Verfassungsänderung zugestimmt, der Entscheid fiel mit 24 zu 19 Stimmen bei einer Enthaltung. 
Heiratsstrafe mit direktem Gegenentwurf beseitigen Bern - Dem Volk soll zur CVP-Initiative «Für Ehe und Familie - gegen die Heiratsstrafe» ein direkter ...
Der Nationalrat will keine Definition der Ehe im Gesetz festschreiben.
Beziehung mit Europa  Bern - Vor dem Treffen zwischen SVP, FDP und CVP vom (morgigen) Montag stellt CVP-Präsident Christophe Darbellay seine Bedingungen für einen bürgerlichen Schulterschluss. Von der SVP erwartet er ein Entgegenkommen bei den Fragen zur Beziehung mit Europa.   1
Bürgerliche suchen gemeinsame Massnahmen gegen Frankenstärke Bern - SVP, CVP und FDP wollen gemeinsame Sache machen, um die Folgen der Frankenstärke ...
SVP, CVP und FDP seien sich nicht überall einig, doch «in einigen Punkten» herrsche Konsens, so SVP-Chef Toni Brunner.
Titel Forum Teaser
  • Kassandra aus Frauenfeld 1212
    Einverstanden LinusLuchs! Der feine Herr hält feine Reden, aber die Wurzeln des Übels wird er ... gestern 17:38
  • Kassandra aus Frauenfeld 1212
    Keine Vorverurteilungen bitte! KO-Tropfen sind nicht die einzige Droge, mt der man Menschen gefügig ... Mo, 02.03.15 19:56
  • tigerkralle aus Winznau 117
    Frau Spiess Frau Spiess jetzt aber eine Entschuldigung an Herrn Hürlimann,was Sie ... Mo, 02.03.15 17:43
  • antischwurbel aus uetikon 1
    echte information? eine weitere mutlose aktion der atom"aufsicht". schade! was wirklich ... Mo, 02.03.15 16:14
  • LinusLuchs aus Basel 61
    Welche Wurzel, Herr Bundesrat? Terrorismus an der Wurzel bekämpfen. Klingt vernünftig. Und wie geht ... Mo, 02.03.15 14:26
  • Kassandra aus Frauenfeld 1212
    Serbische Asylsuchende wird es bald schon nicht mehr geben, da macht sich der zombie zu ... Mo, 02.03.15 14:20
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2836
    "serbische Asylsuchende" AsylbewerberInnen aus dem EU-Beitrittskandidat Serbien! Und dann ... Mo, 02.03.15 12:36
  • Kassandra aus Frauenfeld 1212
    Eine ganz faule Tour! Nichtwissen schützt nun doch vor Strafe! Und die Frau Fehr ist ... Mo, 02.03.15 11:30
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
MI DO FR SA SO MO
Zürich -1°C 0°C leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall
Basel -1°C 1°C leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
St.Gallen 0°C 2°C bewölkt, Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall
Bern 2°C 5°C leicht bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall
Luzern 3°C 5°C bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall
Genf 4°C 6°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Lugano 5°C 11°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
mehr Wetter von über 6000 Orten