Religion
Initiative zur Trennung von Kirche und Staat im Wallis lanciert
publiziert: Dienstag, 17. Jun 2014 / 17:49 Uhr
Religion ist Privatsache, meinen die Initianten.
Religion ist Privatsache, meinen die Initianten.

Sitten - Im Wallis ist am Dienstag eine kantonale Volksinitiative für die Trennung zwischen Kirche und Staat lanciert worden. Die Initianten haben nun ein Jahr Zeit, um die nötigen 6000 Unterschriften zu sammeln. Die CVP will das «antichristliche Begehren mit aller Kraft bekämpfen».

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Ein laizistischer, also nicht konfessioneller, weltlicher Staat sei kein antireligiöser, antiklerikaler oder gar atheistischer Staat, sagten Barbara Lanthemann und Valentin Abgottspon, Co-Präsidenten des Initiativkomitees, an einer Medienkonferenz in Sitten. In ihren Augen soll sich der Staat um die Bürgerinnen und Bürger kümmern, die Kirche um die Gläubigen. Es brauche deshalb eine klare Trennung zwischen Kirche und Staat.

Die Initianten begründen dies zum einen damit, dass die Zahl der konfessionslosen Menschen ansteigt. Zum anderen habe die Migration zur Folge, dass die Gesellschaft auch religiös vielfältiger geworden sei. Ein demokratischer, säkularer Staat garantiere die Gleichberechtigung aller Bürgerinnen und Bürger, unabhängig davon, ob sie religiös seien oder nicht, unterstreichen die Initianten.

Religionsunterricht ausserhalb der Schule

Konkret soll der laizistische Staat nicht mehr alle Steuerzahlerinnen und Steuerzahler dazu zwingen, für die Finanzierung der beiden anerkannten Landeskirchen aufzukommen. Ausserdem sollen sich künftig die einzelnen Kirchen statt die öffentlichen Schulen um den Religionsunterricht kümmern.

Der laizistische Staat würde zudem keinerlei religiöse Symbole in öffentlichen Gebäuden mehr zulassen, so zum Beispiel in Schulen, Spitälern, Parlamenten oder Gerichten. Der Lehrer und Mitinitiant Abgottspon hätte somit 2010 in der Gemeinde Stalden nicht ohne Vorankündigung entlassen werden können, nur weil er das Kruzifix in seinem Schulzimmer nicht an der Wand haben wollte. Den einzelnen Individuen werde es hingegen nicht verboten sein, religiöse Zeichen zu tragen und ihre Religion zu praktizieren, wurde präzisiert.

Die kantonale Initiative wird von Walliser Persönlichkeiten wie beispielsweise der ehemaligen Präsidentin der Walliser FDP, Cilette Cretton, dem Journalisten Adolphe Ribordy und dem Schriftsteller Narcisse Praz getragen. Von politischer Seite wird sie von den Jungsozialisten, den Jungfreisinnigen des Unterwallis und der Piratenpartei unterstützt. Sollte sie vom Stimmvolk angenommen werden, müsste die Kantonsverfassung geändert werden.

CVP: «Antichristlicher» Angriff

Ob das Begehren im stark katholisch geprägten Wallis eine Chance hat, ist allerdings mehr als fraglich. Die CVP des Unterwallis kündigte am Dienstag jedenfalls an, dass sie das Ansinnen mit aller Kraft bekämpfen werde. Die Initiative sei «antichristlich» und «schädige die Geschichte und Kultur des Wallis».

(fest/sda)

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