Innenverteidigung bereitet Hitzfeld Sorgen
publiziert: Donnerstag, 21. Aug 2008 / 17:26 Uhr

Einen Tag nach dem 4:1-Sieg gegen Zypern relativierte Ottmar Hitzfeld den Erfolg bei seiner Premiere als Schweizer Nationalcoach. Er sprach die Probleme mit dem Rhythmuswechsel und der Schnelligkeit an, und ihm bereitet die Innenverteidigung Sorgen.

Zufrieden zeigte sich Hitzfeld mit den Neulingen in der SFV-Auswahl.
Zufrieden zeigte sich Hitzfeld mit den Neulingen in der SFV-Auswahl.
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Zufrieden zeigte sich Hitzfeld mit den Neulingen in der SFV-Auswahl. Er lobte im besonderen Johan Djourou und stellte bei Stéphane Grichting, der mit Auxerre gegen Marseille 0:4 verloren hatte, eine gewisse Verunsicherung fest.

Allerdings dürfte der Transfer von Mikael Silvestre von Manchester United zu Arsenal für Philippe Senderos, der bis zum Auftakt der WM-Qualifikation in Israel am 6. September ohnehin kaum fit sein wird, und Djourou die Situation weiter erschweren. Sechs Innenverteidiger stehen nun bei den «Gunners» unter Vertrag. Es ist nicht auszuschliessen, dass einer der beiden Schweizer Arsenal noch vor Ende des Transfersfensters verlassen wird.

Ottmar Hitzfeld, welches Bild behalten Sie von Ihrem ersten Match?

Ottmar Hitzfeld: «Ich war beeindruckt von der Stimmung der Spieler vor dem Betreten des Platzes. Bei Bayern hörte man eigentlich nur Luca Toni etwas auf italienisch sagen und Franck Ribéry etwas französisch nachschieben. Am Mittwochabend motivierten sich die 21 Spieler gegenseitig. Man könnte fast sagen, wie Indianer auf dem Kriegspfad.»

Was sagten Sie den Spielern beim gemeinsamen Nachtessen nach dem Spiel?

Hitzfeld: «Ich gratulierte ihnen zum Resultat. Ich wies aber auch auf die Fehler in diesem ersten Spiel hin. Wir waren nicht gut genug bei Ballbesitz, und es gelang uns nicht, den Rhythmus des Gegners zu zerstören. Wir müssen im Umschalten schneller und konstruktiver sein.»

Mit Stocker und Nef schossen zwei Debütanten Tore; haben diese Sie überzeugt?

Hitzfeld: «Ja, ohne jeden Zweifel. Valentin Stocker ist ein Ausnahmetalent. Er spielte mit der gleichen Frechheit wie in Basel. Und er erfüllte auch die defensiven Aufgaben. Nef war defensiv fehlerfrei. Mit seiner gebrochenen Nase lieferte er eine erstaunliche Partie ab, nachdem er am Vortag ja noch einen Zusammenprall mit Barnetta gehabt hatte.»

Werden diese beiden also in Israel dabei sein?

Hitzfeld: «Auf diese Frage kann ich noch keine Antwort geben. Ich habe noch zehn Tage Zeit, um die Liste der 23 Spieler für die Partien gegen Israel und Luxemburg zu erstellen. Nach dem Spiel gegen Zypern habe ich aber einen neuen Blick auf die Mannschaft erhalten. Die Jungen haben ihre Chancen genutzt. Der Konkurrenzkampf läuft. Jetzt muss jeder im Klub das Maximum geben, um mich zu überzeugen.»

Im Klub Stammspieler zu sein ist weiterhin das oberste Gebot?

Hitzfeld: «Ich werde keinen Verteidiger aufstellen, der im Verein drei Wochen auf der Bank sitzt. Etwas anders sieht es im Fall von Alex Frei aus. Gegen Israel wird er nicht bereit sein, aber ich habe die Hoffnung, dass er gegen Luxemburg ins Kader rutscht. Wir können eine Ausnahme machen für einen Stürmer, der sich als Joker profilieren kann, aber nicht für einen Verteidiger.»

Am Mittwoch war auch Arsenals Trainer Arsène Wenger im Stadion, um Gökhan Inler zu beobachten. Was raten Sie dem Spieler?

Hitzfeld: «Falls Wenger tatsächlich voll auf ihn setzt, kann ein solcher Transfer nur gut sein. Aber ich weiss nicht, ob Wenger das machen wird. Ich fürchte, dass Inler bei Arnseal unterschreibt und einem harten Konkurrenzkampf ausgesetzt ist. Im Moment ist er bei Udinese Stammspieler und kann so Fortschritte machen. Ich glaube, für einen jungen Spieler ist es besser, die Sicherheit zu haben, bei einem Verein wie Udinese Stammspieler zu sein, als bei einem grossen Verein auf der Bank zu sitzen. Ich kann nur wiederholen: Nichts kann den Ernstkampf ersetzen.»

(smw/Si)

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