Umgang mit Gefühlen ist Massstab für Lebenshaltung
Innere Freiheit verleiht Leichtigkeit und Glück
publiziert: Donnerstag, 17. Feb 2011 / 15:25 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 17. Feb 2011 / 16:00 Uhr
Innere Freiheit ist etwas vom wichtigsten für die Zufriedenheit.
Innere Freiheit ist etwas vom wichtigsten für die Zufriedenheit.

Wien - Leichtigkeit im Leben und eine natürliche Autorität besitzen am ehesten die Menschen, die innerlich frei sind. Umgekehrt ist das Fehlen von innerer Freiheit bei vielen psychischen Problemen im Spiel. Zu diesem Schluss kommt der Psychiater und Psychotherapeut Raphael Bonelli von der Wiener Sigmund Freud-Privatuniversität im Gespräch mit pressetext.

«Die meisten suchen therapeutische Hilfe, um verlorene Freiheit zurückzugewinnen. Vordergründig wollen sie dabei unabhängig werden von Ängsten, Süchten oder von der Meinung anderer. Tiefe innere Freiheit bedeutet dann aber auch das Freisein von Ichsucht, Machtstreben und Habgier, von Kontrollzwang und Anspruch auf Fehlerlosigkeit im eigenen Leben, sowie von Launen, Verbitterung und Fremdbeschuldigung», erklärt Bonelli.

Glück durch Verzicht

Wer innerlich frei ist, geniesse viele Vorzüge wie etwa die Fähigkeit, sich selbst reflektieren und distanzieren zu können. «Nur freie Menschen können sich bewusst für das Gute entscheiden, lieben, sich hingeben und an Werten orientieren. Innere Freiheit verleiht deshalb Unbeschwertheit und natürliche Autorität. Sie macht auch flexibel und unabhängig, denn sie kommt der Manipulation durch die Meinung der Masse oder durch die eigenen Gefühle zuvor», so der Experte.

Gerade den Umgang mit den Gefühlen sieht Bonelli als Mass für die innere Freiheit. «Affektive Reife erlaubt es, dass man seine Gefühle beurteilt und sich nicht ständig von ihnen treiben lassen muss. Dadurch gelingt es erst, sich im Leben nach Werten statt nach Launen zu orientieren und dadurch langfristiges Glück statt kurzfristige Befriedigung anzustreben.» Siegmund Freud habe diese Haltung als 'Triebverzicht' bezeichnet.

Freiheit trotz Gefängnis

Unfreien Menschen fällt es schwer, sich selbst ihr Gefangensein einzugestehen. «Alkoholiker lügen sich beispielsweise häufig vor, sie könnten jederzeit mit dem Trinken aufhören. Jeder Aussenstehende erkennt allerdings rasch das Gegenteil», so der Wiener Psychotherapeut. Kommt die Lebenslüge ans Tageslicht, schmerze sie übermässig und mache aggressiv, was bei Freud 'narzisstische Kränkung' heisst. Das Gegenteil davon sei die Realitätsannahme ohne Verbitterung und Resignation.

Sogar Häftlinge können innerlich frei sein, betont Bonelli. «Knackpunkt ist die Erkenntnis, was man verändern kann und was nicht. Denn Freiheit bedeutet nach Pestalozzi nicht das Freisein von etwas, sondern Freiheit zu etwas. Freiheit verlangt Richtung und Hingabe, denn wenn sie sich nur selbst genügt, bleibt sie wirkungslos.» Hier seien allerdings die Grenzen der Psychotherapie erreicht. Denn so sehr sie dem Klienten auch beim Erkunden des Handlungsspielraums helfen könne, sie beantworte die Frage nicht, wofür er seine Freiheit einsetzen soll. «Das zielt in die transzendente Dimension und ist Domäne der Religion», so der Experte.

Angst macht manipulierbar

Mit innerer Freiheit handelt man sich allerdings manchmal auch Probleme ein, warnt Bonelli. «Nur ängstliche und unfreie Menschen sind manipulierbar, weshalb Diktatoren ihre Herrschaft stets auf Angst errichten. Ist jemand frei von Ängsten und beugt sich nicht dem öffentlichen Druck, wirkt er auf unkritische Mitläufer unheimlich und kann sogar Ängste und Aversionen auslösen.» In Summe sei das freie Leben dennoch voller, sinnvoller und glücklicher.

(dyn/pte)

Von Opus Dei, was ich selbst ...
... bisher gelesen habe, da erhielt ich nicht den Eindruck, dass da Freiheit des einzelnen Individuums oberstes Gebot wäre! Eher das Gegenteil, wie - leider - unser Glaube - wie es die obersten Hüter meinen, der einfach alles sagt, was wir ohne nachzudenken einfach GLAUBEN sollten ...!

Heute ist das aber ganz anders - zum Glück!
DDr. Bonelli ist Opus Dei-Miglied
DDr. Bonelli ist Opus Dei-Mitglied. Als ich erstmals die Schriften des Opus Dei-Gründers, des heiligen Josemaría Escrivá de Balaguer, in die Hand bekam, empfand ich nicht Freiheit und Glück, sonden das genaue Gegenteil von beidem. Bitte selbst lesen und eigene Meinung bilden!
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