Inter ist Zuversichtlich
publiziert: Dienstag, 10. Aug 2004 / 16:28 Uhr

Für Inter Mailand sollen die beiden Qualifikationspartien zur Champions League gegen Basel nur der Aufgalopp zu einer gloriosen Saison werden. Mit neuem Trainer und besserem Personal nehmen die "Nerazzurri" den x-ten Anlauf, ihren vielen Tifosi endlich wieder einen grossen Titel zu bescheren.

Roberto Mancini ist zufrieden bei seinem neuen Verein.
Roberto Mancini ist zufrieden bei seinem neuen Verein.
In Appiano Gentile, einem kleinen, normalerweise ruhigen Dorf westlich der Autostrada zwischen Como und Mailand, herrscht zeitweise grosses Verkehrsaufkommen. So auch vor zwei Tagen, als die Squadra von Inter Mailand das letzte Training auf heimischem Boden vor der Reise zum Hinspiel nach Basel absolvierte.

In Appiano Gentile befindet sich Inters Trainingsgelände. Dortin waren am Montagnachmittag mehr als 2000 Fans gepilgert, obschon es nur um den Feinschliff vor dem Duell gegen die "Svizzeri" ging.

Natürlich waren viele gekommen, um Adriano, dem um seinen Vater trauernden brasilianischen Topskorer, Mut zuzusprechen. "Gemeinsam in Freude und Schmerz: Adriano, du bis unser Kaiser", war auf einem langen Transparent zu lesen.

Aber der enorme Aufmarsch wegen einer Übungseinheit hatte einen wichtigeren Hintergrund: Es ist Hochsommer, und die Saison hat noch nicht begonnen. Dies ist die Zeit der grenzenlosen Euphorie und der Zuversicht bei den Interisti, dass in den kommenden zwölf Monaten endlich alles wieder gut werden möge.

In der Vergangenheit -- zumindest in den 15 Jahren seit dem letzten Gewinn des "Scudetto" -- wurden Träume im schwarz-blauen Teil Mailands früher oder später stets zu Schäumen.

Mehrere hundert Millionen Franken investierte allein Massimo Moratti, der im Januar als Präsident zurücktrat, als Mäzen aber noch immer der starke Mann im Verein ist, seit 1995; Beobachter sprechen sogar von über einer Milliarde. Der Return on Investment fiel allerdings karg aus. Seit dem letzten Meistertitel 1989 war Inter nur dreimal im UEFA-Cup erfolgreich (1991, 1994 und 1998), in einem Wettbewerb also, den in Italien niemanden interessiert.

Mancini als Heilsbringer?

Krisen, Demütigungen und klägliches Scheitern gehören für das "Popolo Nerazzurro" der Vergangenheit an. Tatsächlich lässt die Personalpolitik der letzten Wochen berechtigten Optimismus zu. Der wichtigste Hoffnungsträger ist der neue Trainer Roberto Mancini.

Anders als ehemalige Coaches wie Roy Hodgson, Gigi Simoni, Hector Cuper oder Alberto Zaccheroni wird dem 39-jährigen Mancini von allen Seiten zugetraut, den chronischkranken Patienten zu heilen. Mit Lazio Rom leistete der ehemalige Internationale, der in seiner Aktivzeit bei Sampdoria Genua und Lazio Rom als Genie und zugleich launische Diva galt, zuletzt herausragende Arbeit.

Wegen der Wirtschaftsmisere hatten die Römer kaum einmal rechtzeitig ihr Salär erhalten, und Mancini wusste nie, ob ein Spieler am kommenden Tag wegen eines finanziellen (Not-)Verkaufs nicht mehr zum Training erscheinen würde.

'Ich habe die Spieler, die ich will!'

Dass Mancini angesichts der unzumutbaren Umstände die Qualifikationsränge für die Champions League nur knapp verpasste, stellt seiner Arbeit ein glänzendes Zeugnis aus. Es ebnete ihm den Weg zu Inter, einem der drei ganz Grossen des Calcio italiano.

Zwar sind auch die Mailänder hoch verschuldet, aber solange Moratti den Geldbeutel öffnet, ist der Trainer Inters in einer komfortablen Lage. "Ich habe hier die Spieler zur Verfügung, die ich mir gewünscht hatte", sagte Mancini.

Die Bestandesaufnahme hat Mancini mit Akribie durchgeführt und jene Positionen neu besetzt, auf denen Inter in der Vergangenenheit die grössten Defizit gegenüber der Konkurrenz hatte. So verstärkte er das zentrale Mittelfeld mit dem Argentinier Juan Sebastian Verón (Chelsea) und dem Holländer Edgar Davids (Barcelona).

Mit Verón hatten Mancini und die Lazio vor vier Jahren den Titel gewonnen. "Jeder geistig gesunde Trainer würde ihn gern im Team haben", sagte Mancini über ihn. Auch Stankovic auf der rechten Seite im Mittelfeld ist für den Trainer eine ideale Besetzung. Der Serbe, der im Januar nach Mailand wechselte, hatte 2000 ebenfalls zu Lazios Meistermannschaft gehört.

Geradezu ins Schwärmen gerät Mancini, wenn er vom Stürmer Adriano spricht. Dieser werde innert Kürze der weltbeste Angreifer sein, vertraute er italienischen Medien an. Adriano und dem Nigerianer Obafemi Martins, der in Basel wegen einer Verletzung fehlen wird, gehöre die Zukunft - eine Zukunft, die den weltweit über sechs Millionen Inter-Sympathisanten nicht nur Erfolge, sondern auch schöne Spiele bescheren soll. "Man wird sich bei und mit Inter in der kommenden Saison bestens unterhalten", kündigte Mancini an.

Vorschusslorbeeren

Sogar Adriano Galliani, Vizepräsident und operativer Chef des ungleich erfolgreicheren Stadtrivalen Milan, sagte: "Seit Menschengedenken hat Inter nicht mehr geniessbaren Fussball gezeigt. Mancini wird es gelingen, dies zu ändern."

Ob Mancini den Vorschusslorbeeren gerecht werden kann oder ob auch er nur ein weiteres Kapitel in der langen Geschichte enttäuschter schwarz-blauer Hoffnungen schreiben wird, werden die nächsten Monate zeigen. Seine und Inters Zukunft beginnt heute Abend in Basel.

(rr/Si)

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