Internationale Konferenz fordert mehr Schutz für den Luchs
publiziert: Freitag, 9. Mai 2003 / 21:55 Uhr

Amden - Wie beim Wolf hält sich die Sympathie für den Luchs in den Alpenländern in Grenzen, und manch ein Jäger oder Bauer möchte den Tieren am liebsten das Fell über die Ohren ziehen. Der Kampf gegen Luchs-Wilderer soll jedoch verstärkt werden.

Der Luchs ist nicht bei allen beliebt.
Der Luchs ist nicht bei allen beliebt.
Dieser Entscheid ist eines der Ergebnisse der 2. Internationalen Luchs-Konferenz in Amden SG, wie das Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL) mitteilte. 77 Regierungsvertreter, Experten und Jäger aus neun Ländern hatten daran teilgenommen.

Diskutiert wurde laut BUWAL die aktuelle Situation und die Zukunft des Luchses in den Alpen. Die Konferenz, die von der Expertengruppe SCALP (Status and Conservation of the Alpine Lynx Population) einberufen worden war, beurteilt den Status des Luchses in den Alpen weiterhin als kritisch.

Die Art kommt laut BUWAL nur in kleinen isolierten und instabilen Populationen vor. So verschwanden in Italien in den vergangenen Jahren verschiedene Luchs-Vorkommen, und aus Österreich sind nur Einzeltiere bekannt.

Der Bestand in der Schweiz hält sich auf dem Niveau der späten 1990er Jahre und wird auf ca. 70 Tiere in den Alpen und 20 bis 30 Tiere im Jura geschätzt. In einzelnen Regionen sind Luchse eingewandert oder wurden umgesiedelt (Projekt LUNO).

Die Schweiz verfügt mit dem Konzept Luchs Schweiz als einziges Alpenland über einen Aktionsplan. Den übrigen Alpenländern wird empfohlen, ähnliche Management-Konzepte zu entwickeln. Dringend erwünscht sind zudem Machbarkeitstudien für die Wiederansiedlung von Luchsen.

Die natürliche Wiederbesiedelung kommt aufgrund der starken Zerschneidung des Alpenraums (Strassen, Siedlungen etc.) sowie der starken Bindung der Luchse an ihre angestammten Territorien nur sehr langsam voran.

(bert/sda)

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