Genitalverstümmelung immer noch weit verbreitet
Internationaler Tag gegen Mädchenbeschneidung
publiziert: Freitag, 6. Feb 2015 / 11:35 Uhr
Grossmütter sind ein wichtiger Teil der Präventions- und Aufklärungsteams gegen Mädchenbeschneidung.
Grossmütter sind ein wichtiger Teil der Präventions- und Aufklärungsteams gegen Mädchenbeschneidung.

Weltweit leben rund 125 Millionen Mädchen, die beschnitten wurden. Grossmütter nehmen eine Schlüsselrolle im Kampf gegen die Mädchenbeschneidung ein.

4 Meldungen im Zusammenhang
Weiterführende Links zur Meldung:

6 Fakten zur Mädchenbeschneidung
World Vision beantwortet Fragen zum Thema
wvi.org

Im westlichen und (nord-)östlichen Afrika und in Teilen Asiens sowie des Mittleren Ostens ist das Beschneiden von Mädchen in bestimmten Bevölkerungsgruppen heute noch verbreitet. Auch wenn wir in unseren Breitengraden wenig Verständnis für das Ritual aufbringen können - die grausame Praxis ist an tief verwurzelte Traditionen und soziale Normen gebunden. Die weibliche Genitalverstümmelung zu verhindern ist deshalb enorm schwierig und braucht viel Zeit. Ein Verbot der Mädchenbeschneidung stösst kaum auf Verständnis. Im Gegenteil: Durch ein Verbot verschiebt sich das Beschneiden in den Untergrund und das Thema wird noch mehr tabuisiert.

Dialog mit der lokalen Bevölkerung

World Vision setzt sich deshalb für einen ganzheitlichen Ansatz ein. Ein langfristiges Umdenken in der Bevölkerung hängt stark vom Dialog mit den Dorfältesten ab. Deshalb wird dieser in den Projekten stets gefördert. In Vélingara, Senegal, lancierten wir beispielsweise ein spezielles Entwicklungsprojekt zur gesunden Entwicklung von Mädchen. Die starke Integration von Grossmüttern in die Arbeit mit der Bevölkerung weist ihnen eine entscheidende Rolle zu. Durch ihr Alter und ihre Erfahrung haben die Grossmütter grossen Einfluss auf ihr Umfeld.

Umdenken durch Konfrontation

Fatoumata ist eine dieser Grossmütter aus Vélingara. Sie ist Hebamme und gehört heute zu den freiwilligen Gesundheitshelferinnen von World Vision. Unzählige schmerzvolle und schwierige Geburten hat sie begleitet, Grund für die Komplikationen war häufig eine frühere Beschneidung. Deshalb hatte Fatoumata begonnen, die traditionelle Beschneiderin des Dorfes mit ihrer Arbeit zu konfrontieren. Bei schwierigen Geburten hat sie diese mitgenommen: «Sie sollte Zeugin der Schmerzen werden, die die gebärende Frau hat, damit sie die Auswirkungen ihrer Tätigkeit versteht», erklärt die Hebamme. «Viele ändern dann ihre Meinung und kümmern sich heute sogar teils um die Ausbildung der Mädchen im Dorf und kämpfen selbst gegen die Beschneidung.»

«Ich lerne mich zu schützen»

Die 16-jährige Dialan hatte Glück. Sie konnte von der Aufklärungsarbeit in Vélingara profitieren und musste den grausamen Brauch der Beschneidung nicht über sich ergehen lassen. Dies hat sie auch dem unermüdlichen Einsatz ihrer Grossmutter Fatoumata zu verdanken. Diese gibt ihr wichtige Ratschläge fürs Leben: «Ich verbringe jeden Abend bei meiner Grossmutter. Sie lehrt mich viele hilfreiche Sachen. Ich lerne bei ihr Kochen und das Verarbeiten von Baumwolle, aber auch, wie ich Männern meine Grenzen zeigen und mich so als junge Frau schützen kann.»

Eine Dorfgemeinschaft im Wandel

Heute engagieren sich viele Grossmütter als sogenannte «Meinungsmacher» für das Projekt in Vélingara und geben ihre Erfahrungen an die Jungen weiter. Dank des geförderten Dialoges in der Bevölkerung verstehen Kinder und Erwachsene den Zusammenhang zwischen der Beschneidung und den schmerzhaften Folgen. Ein Umdenken hat Begonnen. Auch die junge Dialan weiss heute schon, dass sie ihre Töchter diesem Brauch nicht unterziehen möchte.

(sk/World Vision)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Pesia und Sarafina reparieren Bohrlöcher in in Sambia: «Wir können dieselbe Arbeit verrichten wie Männer!»
World Vision Am 8. März ist Weltfrauentag. Diese fünf bewundernswerten Geschichten von ... mehr lesen
(v.l.): Maria Roth-Bernasconi, Nationalrätin; Anita Thanei, Nationalrätin und Präsidentin der Rechtskommission; Elsbeth Müller, Geschäftsleiterin UNICEF Schweiz; Amal Bürgin, Betroffene mit Tochter.
Bern/Zürich - Unter dem Titel «Stopp Mädchenbeschneidung – jede Stimme zählt» hatte UNICEF Schweiz online dazu aufgerufen, die Arbeit der Rechtskommission zu unterstützen und sich für ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
In Kita, einem Dorf, in dem World Vision mit den Bauern der Region arbeitet, sieht man trotz der Dürre grüne Flecken.
In Kita, einem Dorf, in dem World Vision mit den Bauern der Region ...
Grosse Trockenheit  Höchste Warnstufe für Indien: Mehr als 300 Millionen Menschen sind von der Hitzewelle betroffen. Seit Anfang Jahr haben sich über 200 Bauern aus Verzweiflung das Leben genommen. mehr lesen 
Fünf Jahre Bürgerkrieg  Der Bericht «The Cost of Conflict for ... mehr lesen
8,2 Millionen vertriebenen Kindern in der Region fehlt Unterstützung und Perspektive - die Verluste an Bildung, Gesundheit und Wirtschaftskraft wirken sich langfristig negativ auf die Region aus.
Die grosse Trockenheit hat vielerorts zu Missernten und Wasser-Knappheit geführt, wie hier in Malawi.
Wegen Klimaphänomen El Niño  In vielen Ländern herrscht wegen des Klimaphänomens El Niño grosse Trockenheit. Millionen von Menschen rund um den Globus sind ... mehr lesen  
El Niño führt zu Trockenheit  Ausgelöst durch das Klimaphänomen El Niño hat eine Dürre in weiten Teilen des südlichen Afrikas Ernteausfälle verursacht. 30 Millionen Menschen brauchen Lebensmittelhilfe. mehr lesen  
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute So Mo
Zürich 12°C 25°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig wolkig, aber kaum Regen
Basel 13°C 26°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, aber kaum Regen
St. Gallen 12°C 23°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig wolkig, aber kaum Regen
Bern 11°C 24°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig wolkig, aber kaum Regen
Luzern 13°C 25°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, aber kaum Regen
Genf 12°C 26°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Lugano 17°C 27°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten