Internet 2025: Cisco zeichnet düsteres Bild
publiziert: Samstag, 4. Sep 2010 / 10:45 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 5. Sep 2010 / 09:43 Uhr
Das globale Netz könnte ein Opfer des eigenen Erfolgs werden.
Das globale Netz könnte ein Opfer des eigenen Erfolgs werden.

San Francisco - Im Jahr 2025 verschwinden Flatrates, der Datenverkehr im Web stockt und Cyber-Kriminalität bedroht die Welt. Dieses Szenario zeichnen Cisco und Monitor Group Business Network in einer Studie zur Zukunft des Internets bis zum Jahr 2025 veröffentlicht.

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«15 Jahre sind für das Internet eine sehr lange Zeit. Wer da Prognosen wagt, ist kühn», so der Zukunftsforscher Karlheinz Steinmüller. Der Report umreisst unter anderem Trends, die auf die Zukunft des Webs Einfluss nehmen.

Eine Mischung aus Spracherkennung und Touch-Screen in Verbindung mit anderen Technologien werden die Tastaturen als Eingabegräte ersetzen. «Internet und Augmented Reality werden verkoppelt. Aber neue virtuelle, räumliche Interfaces bedeuten nicht unbedingt den 'Tod' der doch recht schnellen und gut eingeübten Qwertz-Tastaturen», widerspricht Steinmüller. Zudem soll es laut Cisco gestaffelte Tarife anstelle von Flatrates geben.

Globale Vernetzung

Das Internet der Zukunft wird einen grösseren Einfluss auf die Gesellschaft haben und das grösste Wachstum, weil es sich in Schwellenländer, in Dörfer und in ländliche Gebiete zunehmend ausbreiten wird. Cisco präsentiert in der Studie nach einem Blick in die digitale Kristallkugel vier mögliche Szenarien, die den Weg des Internets zukünftig kennzeichnen.

Mit «Fluid Frontiers» zeigen sich durchaus positive Aussichten. Cisco beschreibt eine Welt, in der das Internet allgegenwärtig ist und für alle Gruppen durchlässig. Wettbewerb und technologischer Fortschritt macht den Zugang billiger und weltweit verfügbar. User bekommen schneller die Information, die sie haben wollen.

Trübe Zukunftsaussichten

Mit «Insecure Growth» zeichnet der Netzwerkspezialist eine unsichere Zukunft: Privatpersonen und Unternehmen haben Angst vor der Abhängigkeit von der Technik und meiden das Internet. Vermehrte Cyber-Kriminaltität überfordert Organisationen und Regierungen. «Cybercrime und krimineller Spam sind schon heute Bedrohungen, die pro Jahr zig Milliarden kosten, insofern kann man sie schon heute als Weltbedrohung auffassen», erklärt der Zukunftsforscher.

Noch trüber wird es für die Menschheit bei «Short of Promise». Dabei dreht es sich um eine Welt ohne Wirtschaftswachstum. Protektionistische Haltungen von Regierungen sind Antwort auf die Stagnation. Die Ausbreitung des Internets wäre gebremst und es gebe keine Innovationen mehr.

Am schlimmsten trifft es die Welt im vierten Szenario. Bei «Bursting at the seams» wächst die Nachfrage nach digitalen Diensten kontinuierlich. Wartezeiten werden zur Normalität und das globale Netz ein Opfer des eigenen Erfolgs. Cisco sieht zudem eine Gefahr von Animositäten gegen die Technologiedominanz der USA. Es kommt zu einer Lähmung der internationalen Standardisierungsbemühungen.

(ht/pte)

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Während des Hypes wurden Leitungen völlig überdimensioniert gebaut. Die Strippenzieher haben enorme Summen investiert.

Wir hatten einen riesigen Überhang, an T-1 bis T-3. Die Anbieter unterboten sich bis zur Schmerzgrenze, um noch ein Giga Traffic auf ihre Linien zu bekommen.

Die Information, dass das in so kurzer Zeit gefüllt sein soll, halt ich eher für verkaufsförderndes Infoplacement.

Dass die Amis die Finger drauf halten, ist wahr und ärgerlich. Allerdings verständlich, wenn man bedenkt, dass DoD schon die ersten Schritte finanzierte.
Ob atomkriegsresistente Verbindungen oder eine damals nötige Resourcenteilung der Systeme der Unis (darunter auch das MIT), der Vater des Internets war, klar ist, dass auch dies wiederum in den Staaten zur Marktreife getrieben wurde. Cern kam zwanzig Jahre später auf den Plan und hat die erste allgemeingültige Sprache darauf implementiert. Das Esperanto des Webs. HTML.
Die erste Website, die es gab, war

http://info.cern.ch

darauf können wir stolz sein.

Tim Berners-Lee nahm das Vorhandene und hat es verwoben. Ich bin ihm sehr dankbar dafür.

Heute arbeitet er als Professor am MIT.
Der Kreis hat sich geschlossen.

Wär toll, wenn sich mal ein solcher Kreis an der ETH oder einer Fachuni in der Schweiz schliessen würde.
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