Internet-Chat-Räume von Microsoft geschlossen
publiziert: Mittwoch, 15. Okt 2003 / 11:21 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 15. Okt 2003 / 15:08 Uhr

Bern - Am Dienstag hat Microsoft seine Internet-Chat-Räume in Europa, Asien und Lateinamerika geschlossen. Damit will der Softwareriese Delikte gegen die Privatsphäre unterbinden. Bei Bluewin, dem grössten Schweizer Anbieter, sind solche Massnahmen kein Thema.

Viele Internetforen arbeiten mit Moderatoren, die die Gespräche überwachen.
Viele Internetforen arbeiten mit Moderatoren, die die Gespräche überwachen.
Um die Sicherheit und den Schutz der Privatsphäre der User zu gewährleisten, gehe man neue Wege in der Online-Kommunikation, begründete Microsoft seinen Entscheid. Online-Chats würden zunehmend missbraucht, und vor allem Kinder und Jugendliche müssten vor unerwünschten Kontaktaufnahmen geschützt werden.

Chat-Räume gibt es seit den Anfängen des Internets und sie gehören zu seinen beliebtesten Angeboten. Die Diskussionen darüber, ob und wie weit die in den Diskussionsforen ausgetauschten Inhalte reglementiert werden sollen, sind etwa gleich alt. In der Schweiz existieren mehrere hundert öffentliche Chat-Räume.

Bluewin mit "Chat-Polizisten"

Mit rund 120 Chatrooms ist Bluewin der grösste Anbieter im Land. Für das Problem der Sicherheit hat dieser eine Lösung gefunden: Bei Bluewin gibt es nur moderierte Chats. "Das sind Chat-Räume, die von freiwilligen Mitarbeitern, so genannten Operators, überwacht werden", sagte Mediensprecherin Deborah Bucher auf Anfrage.

Wer sich nicht anständig benimmt oder die Privatsphäre eines anderen angreift, wird vom Operator aus dem Raum ausgeschlossen. Die meisten dieser rund 300 Mitarbeitenden haben gemäss Bucher vor Jahren selber als Chatter angefangen. "Sie kennen das Verhalten der User sowie die Ansprüche, die jemand an einen Chat stellt."

"Viele Internetforen arbeiten mit solchen Moderatoren, oder eben Operatoren", weiss auch Technologiepublizist Matthias Zehnder. Gute Chat-Räume seien moderiert. Auch bei der Cablecom, die mit "Swisstalk" einen der grössten Chat-Räume der Schweiz anbietet, überwachen Mitarbeiter das Geschehen in den Gesprächsforen.

Kein Ringier-Chat mehr

Auch Ringier hatte bis vor zwei Jahren mit der Internetplattform "Zürich Online" einen Chat-Raum auf dem Netz. Nachdem das Produkt eingestellt worden war, diskutierte man beim Zürcher Medienunternehmen, ob auf der Homepage des "Blicks" wieder ein solches Forum installiert werden solle.

Mittlerweile erscheint aber auf keiner der Internetseiten von Ringier mehr ein Chat-Raum. "Der finanzielle und personelle Aufwand einen Chat zu überwachen, ist zu gross", sagte André Merz von Ringier auf Anfrage. Dass ein Chat beim "Blick" strenger überwacht werden müsste als einer bei der "NZZ" liege auch am Publikum.

Unmoderierte Chats bei Microsoft

Die Chat-Räume von Microsoft waren unmoderiert. Mit Operatoren komme man als Anbieter in eine Art Überwachungsmodus, hiess es beim Softwareunternehmen. Das Einschleusen einer Person als Aufpasser habe man nicht gewollt. Deshalb sei das Konzept Chat-Räume bei Microsoft eingestellt worden.

Der Internet-Experte Matthias Zehnder glaubt aber nicht, dass der Schutz der Privatsphäre der User der Hauptgrund für diesen Entscheid war. "Microsoft hat einen strategischen Entscheid mit einer politisch korrekten Begründung versehen", sagte der Internet-Experte.

(Luzia Schmid/sda)

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