Internet-PC verdrängt traditionelle Medien
publiziert: Donnerstag, 29. Mai 2008 / 23:50 Uhr / aktualisiert: Freitag, 30. Mai 2008 / 01:20 Uhr

Leipzig - Ein Computer mit Internetanschluss macht traditionelle Medien wie die Stereoanlage oder den tragbaren CD-Player für Jugendliche zunehmend überflüssig. Vor allem online zu findende Unterhaltungsangebote gehören für diese Bevölkerungsgruppe mittlerweile zum Medienalltag.

Rund 40 Prozent der Befragten gaben an, schon einmal selbst ein Video online gestellt zu haben.
Rund 40 Prozent der Befragten gaben an, schon einmal selbst ein Video online gestellt zu haben.
2 Meldungen im Zusammenhang
Weiterführende Links zur Meldung:

Medienkonvergenz Monitoring
Die vollständigen aktuellen Ergebnisse.
medienkonvergenz-monitoring.de

Zu diesem Ergebnis kommt die heute, Donnerstag, präsentierte dritte Welle der Langzeitstudie «Medienkonvergenz Monitoring» der Professur für Medienpädagogik und Weiterbildung der Universität Leipzig.

«Wenn Jugendliche heute Musik hören, dann hören sie meist MP3-Dateien - sei es mit dem PC oder mit mobilen Playern - oder sie greifen gleich auf das Internet zu», heisst es in einer entsprechenden Erklärung.

Rund 78 Prozent der befragten Jugendlichen gaben demnach im Zuge der Untersuchung an, Musik oft am PC zu konsumieren, während dies nur mehr 36 Prozent mit Hilfe eines CD-Players tun.

CD in Gefahr

«Insbesondere im Bereich der Wiedergabe- und Speichermedien kann man bei Jugendlichen mittlerweile eher von einer Verdrängung sprechen als von einer Konvergenz», erklärt Matthias Kiesslinger, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Medienkonvergenz-Monitoring-Projekts.

Besonders betroffen von dieser Entwicklung sei die CD, die bei jüngeren Nutzern vom MP3-Format bereits zu einem Grossteil abgelöst worden sei.

Andere Bereiche seien in dieser Hinsicht noch nicht in dem Ausmass betroffen. «Online-Videos sind unter den Jugendlichen zwar sehr beliebt. Ihre starke Nutzung heisst aber nicht, dass die Jugend nicht mehr fernsieht», betont Kiesslinger. Rund 92 Prozent der Befragten zwölf- bis 19-Jährigen gaben an, schon einmal Online-Videos angesehen zu haben. Fast 40 Prozent tun dies regelmässig.

Individuelles Programm

Laut der Studie konsumieren die Jugendlichen auf Videoportalen wie YouTube, Clipfish oder MyVideo nicht nur solche Beiträge, die von Nutzern selbst produziert worden sind, sondern auch Inhalte der «alten» Massenmedien. So schauen sich rund zwei Drittel der musikinteressierten jüngeren Nutzer Musikvideos im Netz an. Online-Videos zu Filmen nutzt jeder zweite Filminteressierte.

Wichtiger Aspekt hierbei sind die neuen Nutzungsqualitäten des Internets, die es den Jugendlichen erlauben, sich individuell ihr eigenes Programm zusammen zu stellen. Zunehmend gefragt ist auch die im Netz gebotene Mitmach-Möglichkeit. Rund 40 Prozent der Befragten gaben an, schon einmal selbst ein Video online gestellt zu haben. Bei Bildmaterial sind dies sogar 84 Prozent.

Untersuchung seit 5 Jahren

Das Projekt Medienkonvergenz Monitoring ist als Langzeituntersuchung angelegt. Seit 2003 wird in dessen Rahmen die Entwicklung der Medienkonvergenz, bei der vormals getrennte Medienbereiche und Übertragungswege zunehmend zusammenwachsen. Im Mittelpunkt steht dabei die Relevanz dieser Entwicklung für Heranwachsende und deren Medienumgang.

Die aktuellen Ergebnisse der soeben abgeschlossenen dritten Erhebungswelle basieren auf einer Onlinebefragung von mehr als 5000 Jugendlichen im Alter von zwölf bis 19 Jahren. Die vollständigen aktuellen Ergebnisse sind online abrufbar.

(bert/pte)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Etschmayer Es war 1982, als sie, nach jahrelanger Schwangerschaft in den Bäuchen der beiden Mütter Sony und Philipps, endlich ... mehr lesen
Sony CDP-101 von 1982: 10kg schwer, gebaut wie für die Ewigkeit.
Minderjährige verbringen ihre Online-Zeit vor allem auf Videoplattformen. (Archivbild)
New York - Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren verbringen mehr Zeit auf Video-Plattformen im Internet als volljährige ... mehr lesen
Genf und Zürich gelten nun zu den teuersten Städte der Welt.
Genf und Zürich gelten nun zu den teuersten ...
Nach Abkopplung vom Euro  Singapur/Zürich/Genf - Nach dem Wegfall des Euromindestkurses sind Zürich und Genf die teuersten Städte der Welt. Sie überholen damit das auf der vorher erstellten Liste von «The Economist» noch an erster Stelle rangierte Singapur. 
Übernachten in Schweizer Städten ist im weltweiten Vergleich teuer Bern - Reisen kann teuer werden - vor allem, wenn es einen ins Engadin zieht. 177 ...
St.Moritz steht auf dem zweiten Platz weltweit der teuersten Übernachtungen.
Ständerat stimmt auch zu  Bern - Der direkte Gegenvorschlag zur CVP-Initiative gegen die Heiratsstrafe steht. Nach dem Nationalrat hat am Mittwoch auch der Ständerat einer entsprechenden Verfassungsänderung zugestimmt, der Entscheid fiel mit 24 zu 19 Stimmen bei einer Enthaltung.  
Der Nationalrat will keine Definition der Ehe im Gesetz festschreiben.
Heiratsstrafe mit direktem Gegenentwurf beseitigen Bern - Dem Volk soll zur CVP-Initiative «Für Ehe und Familie - gegen die Heiratsstrafe» ein direkter Gegenvorschlag ...
Titel Forum Teaser
  • Cataract aus Zürich 32
    So ein Schwachsinn.... E-Zigaretten unter das Tabakgesetzt zu stellen wäre gleich blöd, wie ... Do, 05.02.15 18:19
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2837
    Die... Asylbewerber können in jedem Land einen Asylantrag stellen, z.B. in ... Mi, 14.01.15 13:01
  • Kassandra aus Frauenfeld 1212
    Die Musen sterben! Es wäre ja eine schöne Sache, wenn alle Waren der Welt überall frei ... Sa, 22.11.14 20:28
  • LinusLuchs aus Basel 61
    Demokratie im Niedergang? Ihre Überlegungen finde ich absolut plausibel und sehr spannend, ... Sa, 22.11.14 11:32
  • Kassandra aus Frauenfeld 1212
    Kapitalismus im Niedergang? Ich möchte mich mal nur auf den Schluss ihres Beitrages konzentrieren, ... Fr, 21.11.14 18:36
  • LinusLuchs aus Basel 61
    Inquisition Reloaded Das Festhalten am Bekannten, Bewährten und damit am Sicheren, ... Fr, 21.11.14 13:45
  • jorian aus Dulliken 1568
    Die verdammten Fakten Warum heisst Grönland Grönland? Warum kann man in Schottland keinen ... Fr, 21.11.14 04:03
  • Kassandra aus Frauenfeld 1212
    Ideologische Scheuklappen? Sie haben wohl Recht, LinusLuchs, wenn Sie bezüglich der Aussage "„Dass ... Do, 20.11.14 18:34
Blaz Gasparini ist Doktorand in Atmosphären- und Klimawissenschaft an der ETH Zürich.
ETH-Zukunftsblog Is geoengineering research going outdoors? Geoengineering research has so far been confined ...
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
MI DO FR SA SO MO
Zürich -1°C 0°C leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall
Basel -1°C 1°C leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
St.Gallen 0°C 2°C bewölkt, Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall
Bern 2°C 5°C leicht bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall
Luzern 3°C 5°C bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall
Genf 4°C 6°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Lugano 5°C 11°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
mehr Wetter von über 6000 Orten