«Digital Natives» sollen motiviert werden
Internetsucht befeuert Schul-Burnout und umgekehrt
publiziert: Freitag, 27. Mai 2016 / 10:57 Uhr
iPad in der Schule: Das Web ist immer dabei.
iPad in der Schule: Das Web ist immer dabei.

Die exzessive Internetnutzung erhöht bei Kindern die Wahrscheinlichkeit eines Burnouts in der Schule.

3 Meldungen im Zusammenhang

Umgekehrt führt ein Burnout oft zu übermässigem Web-Konsum und teils sogar zu Online-Sucht, wie das «Mind the Gap»-Projekt im Auftrag der Academy of Finland anhand einer Analyse von 3000 Schülern in Helsinki im Alter zwischen zwölf und 18 Jahren ergeben hat. Demnach führt der beste Weg, um die geistige Gesundheit der jungen «Digital Natives» zu gewährleisten, über die Steigerung der Motivation, in die Schule zu gehen.

Neues Belohnungssystem

«Wenn Kinder und Jugendliche viel Zeit mit Computerspielen oder anderen Online-Aktivitäten verbringen, hat das gravierende Konsequenzen auf ihr Belohnungssystem im Gehirn», erklärt Eberhard Freitag, Leiter der return Fachstelle für Mediensucht in Hannover. Während es in der Schule normalerweise um einen Belohnungseffekt ginge, der auf ein längerfristiges Ziel ausgerichtet ist, sei die entsprechende Taktfrequenz im Internet deutlich geringer. «Das hat zur Folge, dass die Betroffenen in der Schule eine geringere Motivation an den Tag legen, weil sie wissen, dass sie dort viel länger auf eine Belohnung hinarbeiten müssen als im Web», so Freitag.

Das Problem sei aber heute auch oft, dass viele Jugendliche generell ein Mass an Medien zur Verfügung haben, das sie schlicht und einfach überfordert. «Die Verfügbarkeit von internetfähigen Geräten muss an den Reifegrad seiner Nutzer angepasst sein. Wenn ein Kind in der Schule dauernd sein Smartphone griffbereit in der Hosentasche dabei hat, hat es keine Chance, sich seiner Faszination zu entziehen und wird immer wieder danach greifen. Das stört klarerweise die Aufmerksamkeit während des Unterrichts, was wiederum einen negativen Einfluss auf die schulischen Leistungen haben kann», verdeutlicht der Diplom-Pädagoge.

Depressionen sind möglich

Wie aus der finnischen Studie mit dem bezeichnenden Titel «Die Schattenseite der Internetnutzung» hervorgeht, kann ein übermässiger Web-Konsum in Kombination mit einem immer geringeren Interesse an der Schule in weiterer Folge sogar zu ernsthaften Depressionen führen. Entsprechende Symptome und Anzeichen eines Burnouts sind während der Pubertät anscheinend häufiger bei Mädchen zu finden. Dafür sollen Jungen stärker an den Folgen einer exzessiven Online-Nutzung leiden, heisst es in dem Bericht.

(arc/pte)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Partys, Videogames oder das Handy können gemäss einer Studie die ... mehr lesen
Viele Jugendliche sind zu wenig erholt.
Viele Schüler empfinden sich ohne Smartphone als nackt.
Taipeh/Ames - Zehn bis 20 Prozent ... mehr lesen
Washington - Handy-Nutzer rund um die Welt gestehen es offen ein: Sie schlafen ... mehr lesen
Sechzig Prozent der Befragten gehen mit ihrem Gerät schlafen.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
-
Publinews Papiliorama  Tauchen Sie ein in die faszinierende Welt der Tiere und Pflanzen: erleben Sie das bunte Ballett der exotischen Schmetterlinge, welche frei um Sie herumfliegen, die bizzaren Kreaturen der Nacht, die Regenbogentukane und einheimischen Schmetterlinge, die Gliederfüsser mit ihren aussergewöhnlichen Formen und die Wollschweine, welche sich als Landschaftsgärtner betätigen. Das Papiliorama in Kerzers nimmt Sie mit auf eine spannende Entdeckungsreise. mehr lesen  
Medizinische Forschung  Bern - Das Inselspital nimmt mit der «Liquid Biobank Bern» das derzeit modernste Tiefkühllager für Blut und andere flüssige Bioproben in der Schweiz in Betrieb. Die Biobank soll zur wichtigen Forschungsressource für massgeschneiderte Medizin werden. mehr lesen  
Die Knochendichte eines Frühchens ist geringer.
Erhöhtes Osteoporose-Risiko  Trondheim - In den letzten Wochen der Schwangerschaft gehört die Weitergabe von Kalzium an den Fötus zur Förderung der Knochenentwicklung zu den wichtigen Vorgängen. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mi Do
Zürich 0°C 3°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt freundlich
Basel 0°C 4°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich recht sonnig
St. Gallen -2°C 3°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Nebel freundlich
Bern -1°C 3°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich Nebel
Luzern 1°C 3°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt freundlich
Genf 1°C 4°C Wolkenfelder, Flockenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen recht sonnig
Lugano 3°C 7°C bewölkt, etwas Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten