Interpol: Dateien der FARC wurden nicht manipuliert
publiziert: Freitag, 16. Mai 2008 / 08:13 Uhr

Bogotá - Die internationale Polizeiorganisation Interpol hat die Echtheit der Computerdaten bestätigt, die Kolumbien im Zuge eines Angriffs auf den Vize-Chef der FARC-Guerilla sichergestellt hatte.

Ronald Noble bestätigte die Echtheit der Dateien.
Ronald Noble bestätigte die Echtheit der Dateien.
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Die Interpol-Experten hätten «keinen Beweis für die Veränderung, das Hinzufügen oder Löschen» von Daten gefunden, sagte Interpol-Generalsekretär Ronald Noble an einer Medienkonferenz in Bogotá.

Die Fachleute aus Australien, Südkorea und Singapur, die laut Noble kein Spanisch können, hatten 32'812 Schrift-Dateien geprüft.

Dies entspreche dem Umfang von 395 Millionen Websites oder «1000 Jahre für einen Leser, der täglich 100 Seiten liest», sagte Noble. Inhalte und Quellen der Daten untersuchte Interpol nicht.

Spannungen erneut angeheizt

Die untersuchten Dateien stammen aus einem FARC-Lager in Ecuador, das die kolumbianische Armee am 1. März angegriffen hatte. Dabei tötete sie den Vize-Kommandanten der FARC, Raúl Reyes. Der Angriff auf fremden Territorium hatte zu einer Krise in Kolumbiens Beziehungen zu Ecuador sowie Venezuela geführt.

Die Spannungen wurden in den vergangenen Tagen erneut angeheizt durch Medienberichte, wonach die kolumbianische Regierung der Ansicht ist, dass die FARC-Dateien eine Zusammenarbeit Venezuelas und Ecuadors mit der Guerilla belegen.

Demnach soll Venezuelas Staatschef Hugo Chávez sie mit Geld und Waffen unterstützt haben. Der ecuadorianische Präsident Rafael Correa soll Geld von der FARC für seinen Wahlkampf genommen haben.

Chávez bezeichnete die Interpol-Untersuchung als «Show von Possenreissern». «Eine Lächerlichkeit dieses Ausmasses verdient es nicht, dass wir hier damit Zeit verlieren», sagte der venezolanische Präsident an einer Medienkonferenz in Caracas. Der Interpol-Chef sei ein «aggressiver Gringo-Polizist».

(rr/sda)

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