Interpol stoppt Suche nach Timoschenko
publiziert: Mittwoch, 8. Dez 2004 / 09:30 Uhr

Kiew/Lyon - Die ukrainische Oppositionspolitikerin Julia Timoschenko, eine der führenden Persönlichkeiten der Revolution in Orange, ist von Interpol wegen Betrugsverdachts vorübergehend zur Fahndung ausgeschrieben worden.

Julia Timoschenko - einst Unternehmerin mit zweifelhaftem Ruf.
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Die russische Justiz habe den Haftbefehl ausgestellt, hatte die internationale Organisation auf ihrer Website mitgeteilt. Einige Stunden später wurde der Name Julia Timoschenko aber von der Fahndungsliste gestrichen.

Die Fahndung werde überprüft, weil man zunächst nähere Erklärungen von den russischen Behörden zu diesem Fall abwarten wolle, teilte Interpol zur Begründung mit.

Julia Timoschenko betrieb in den 1990er Jahren gemeinsam mit ihrem Ehemann Alexander ein florierendes Energieimportunternehmen mit engen Beziehungen zu Russland.

Die Justiz in Moskau legt Julia Timoschenko zur Last, ranghohe russische Militärs bestochen zu haben. Der Haftbefehl erging, nachdem die ukrainische Politikerin im Herbst eine Vorladung der russischen Behörden nicht befolgt hatte.

Seit Jahren ermittelt die ukrainische Justiz gegen Timoschenko, die im Jahr 2001 für sechs Wochen in Untersuchungshaft gesessen hatte. Die frühere Vizeregierungschefin vermutet die alte Staatsmacht um den scheidenden Präsidenten Leonid Kutschma hinter dem Vorgehen der Behörden.

(fest/sda)

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