Interview mit «Marvin»
publiziert: Montag, 21. Jul 2008 / 15:41 Uhr / aktualisiert: Montag, 21. Jul 2008 / 16:02 Uhr

StudiSurf konnte mit Stefan Schmid, Sänger und Gitarrist von der Band Marvin, ein Interview führen anlässlich ihres Auftrittes am Gurtenfestival 2008.

Marvin rockt derzeit alle Openairs...
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Gurtenfestival

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Wie seid ihr auf den Namen Marvin gekommen? Was bedeutet er?

Marvin ist eine witzige Figur in The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy ist. Der depressive Roboter langweilt sich die meiste Zeit, weil seine riesigen Kapazitäten nicht gebraucht werden. Uns erging es irgendwie auch so, bis wir Marvin gegründet haben. Seither ist es ziemlich aufregend geworden. Marvin lässt sich zudem auf Französisch und Deutsch leicht aussprechen. Das war uns auch wichtig.

Wie würdet ihr euch sowie eure Musik beschreiben?

Wir bezeichnen uns als “slightly alternative songwriter pop band”. Wir lieben Melodien und gute Popsongs, nicht zu geschliffen produziert.

Wieso soll man eure aktuelle CD kaufen?

Weil es eine CD ist, die sich lohnt, von 1-12 durchzuhören. Aber aufgepasst: sie macht schnell süchtig…

StudiSurf.ch ist eine Plattform von Studierenden für Studierende. Habt ihr auch Studiert? Wenn ja was?

Ich und Peter (unser Manager, der damals Schlagzeuger war) haben uns an einer Sozialpsychologie Vorlesung an der Uni Fribourg kennen gelernt. Ich habe das Studium in Angewandter Psychologie und Englischer Literatur abgeschlossen, Peter hat sich in Richtung BWL weiterorientiert. Zum Glück, sonst hätten wir unser Album nicht finanzieren können.

Was blieb euch besonders gut oder schlecht in Erinnerung wenn ihr an euer Studium zurück denkt?

Es überwiegen im Nachhinein vor allem die schönen Momente und die Professoren und Kollegen/Kolleginnen, die einen auf irgend eine Art beeinflusst haben. Ich erinnere mich gerne an spannende Vorlesungen, wo man für zwei Stunden in eine andere Welt getaucht ist. Was ich nicht vermisse sind die langen Abende und Wochenenden vor Prüfungen, überhaupt das Gefühl, nie fertig zu sein, weil es nach jeder Prüfung - ausser der letzten, immer weiter geht. Gegen Ende des Studiums bin ich während des Lernens in der Bibliothek, die um die Ecke steht, zwischendurch nach Hause gegangen und habe an meinen Songs geschrieben. Das war toll.

Ihr hattet nun euren Auftritt am Gurten. Von welchem Auftrittsort träumt ihr? Vom Auditorium Stravinsky in Montreux, nach dem 5. Album oder so. Aber dafür haben wir ja noch Zeit. Motivierender als ein einzelner Event ist für uns aber eine ausgedehnte Tour mit vielen Daten.

Ihr kommt aus Fribourg einer zweisprachigen Stadt. Wie erlebt ihr die Zweisprachigkeit? Seid ihr bekannter in der Romandie oder in der Deutschweiz?

Wenn man hier aufwächst, ist die französische Sprache und Kultur einfach ein Teil des Alltags. Man nimmt das gar nicht so als etwas Spezielles wahr. Man hat einen Teil der Verwandtschaft, Kollegen und Kolleginnen, Freunde und Mitmusiker in der anderen Sprache. Meine Piano- und Gesangsstunden fanden z.B. nur auf Französisch statt. Unsere beiden Live-Techniker sprechen auch beide kaum ein Wort Deutsch.

Dadurch sind wir in beiden Kulturen verwurzelt. Es macht uns sehr glücklich, dass wir in beiden Regionen gut ankommen. Wenn man die Einträge auf Myspace als Massstab nimmt, scheinen wir in der Romandie sogar mehr Fans zu haben...vielleicht sind diese auch einfach nur mitteilungsfreudiger.

Wir wirkt sich der “Röstigraben” euer Meinung nach auf die Musikszene aus?

Ich würde nicht von einem Graben sprechen, es sind halt einfach kulturelle Unterschiede, die man direkt am Umgang miteinander erkennt. Was im einen Kulturkreis als witzig und erstrebenswert ist, gilt manchmal im anderen als ziemlich uncool und umgekehrt. Das macht es teilweise schwierig, als Künstler auf beiden Seiten auf Resonanz zu stossen. Ganz abgesehen von Mundartsongs, die ja im Grunde nur Sinn machen, wenn man die Sprache gut versteht. Beim französischen Rap oder Hip-Hop ist das ja ähnlich, obschon es auch Ausnahmen gibt. Auf der anderen Seite orientieren sich wiederum sehr viele an denselben Englisch sprachigen Vorbildern.

Was sind eure nächsten Projekte?

Zuerst geht es weiter mit einigen grösseren und kleineren Open-Airs - das nächste ist das Paléo in Nyon. Im Herbst folgt dann eine kleinere Club-Tour. Dann werden wir uns ans nächste Album machen. Aber erst mal eins nach dem anderen.

Wir verlosen 3 x 3 x «This good Life» von «Marvin» auf StudiSurf.ch.

(von Matthias Mahr/studisurf.ch)

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