Inzaghi war wieder einmal «Superpippo»
publiziert: Dienstag, 4. Apr 2006 / 22:48 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 4. Apr 2006 / 23:37 Uhr

«Superpippo» Filippo Inzaghi hat Milan gegen Lyon mit einer Doublette in extremis in die Halbfinals geschossen.

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In der 88. Minute drückte der Stürmer den Ball zum 2:1 über die Linie. In der Nachspielzeit schoss Andrej Schewtschenko sogar noch das 3:1 für Milan.

So komfortabel das Resultat letztlich vom Scoreboard leuchtete, so glückhaft war der Erfolg der Mailänder im eigenen Stadion nach der Nullnummer vor sechs Tagen in Lyon. Denn durch das zwischenzeitliche 1:1, das Mahamaduo Diarra nach einer halben Stunde erzielt hatte und das 57 Minuten lang bestand, wäre der Favorit ausgeschieden gewesen. Und je weniger die verbleibenden Minuten wurden, desto ungefährlicher agierte Milan; die meisten Tifosi glaubten jedenfalls kaum noch an die Wende.

Doch die grossartigen Individualisten im Milan-Angriff setzten einem überaus mässigen Auftritt ihrer Equipe doch noch die Krone auf. Eine weite Flanke von Serginho verpassten mehrere Spieler, nicht aber Andrej Schewtschenko, der den Ball präparierte und an den Pfosten drosch. Nachdem der Ball auch noch an den anderen Pfosten geflogen war, drückte ihn Filippo Inzaghi aus wenigen Metern über die Linie.

Schewtschenko nutzt Coupets Fehler

Und Inzaghi Sturmpartner durfte sich in der Nachspielzeit im (nun) vor Begeisterung wogenden San Siro auch noch in die Liste der Torschützen eintragen. Nach einem haarsträubenden Rückpass von Caçapa war Schewtschenko vor Lyons Keeper Grégory Coupet am Ball und schob zum 3:1 ein.

Das glückhafte Ende hatte Milan mehr erzwungen als erspielt. Zu wenig zwingende Aktionen hatte die Squadra diesmal auf den Rasen gezaubert, um gegen das verblüffend gut organisierte Team Lyons gegen das Ende hin noch auf ein Tor nach einer schönen Kombination zu hoffen. Dafür war Kaka zu schlecht, spielte Regisseur Andrea Pirlo zu wenige öffnende Pässe und machte zu viele Fehler in der Angriffsauslösung. Und auch die Flügelläufe von Aussenverteidiger Serginho führten zwar meist zu einer Flanke, die dann aber kaum den eigenen Stürmer im gegnerischen Strafraum fand.

Nein, so richtig verdient hat Milan diese Halbfinal-Qualifikation nicht. Doch die Art, wie sie letztlich erreicht wurde, muss den Italienern Mut machen. Schon vor drei Jahren waren die Mailänder auf dem Weg zum Titel in der Champions League im Viertelfinal schon fast eliminiert. Gegen Ajax Amsterdam stand es damals bis zur 94. Minuten 2:2, ehe Milan doch noch das Siegestor schoss. Entscheidender Torschütze war auch damals «Superpippo» Inzaghi.

Lyon hat noch nationalen Titel im Visier

Während Milan das grosse Ziel doch noch nicht aus dem Blickfeld verlor, bleibt Olympique Lyon auch in dieser Saison nur der Gewinn des nationalen Titels als Ziel. Zu gerne wäre der Serienchampion aus dem Hexagon am 17. Mai als Finalist ins Stade de France in St-Denis eingezogen. Zumindest die Halbfinals zu erreichen hätte OL diesmal verdient. Denn eigentlich die ganze Zeit hatte der Aussenseiter das hochkarätig besetzte Milan-Ensemble nahezu problemlos im Griff.

Die offensive Aufstellung von Trainer Gérard Houllier, der drei Stürmer nominierte, spiegelte sich auch auf dem Rasen. Die Franzosen setzten die Italiener mit kräfteraubendem Pressing immer wieder unter Druck und zwangen die Milanisti zu ungewohnt vielen Ballverlusten. Dadurch kam Lyon kaum in Bedrängnis und hielt die Gefahr mit wenigen Ausnahmen vom eigenen Tor fern.

Dida im Glück

So war Milans Torhüter Dida weitaus mehr beschäftigt als Lyons Keeper Grégory Coupet. Noch bevor Inzaghi die frühe Führung für Milan gelungen war (25.), stockte den Tifosi im Stadion innerhalb von wenigen Minuten zweimal der Atem. Zunächst schlug Dida nach einem Rückpass über den Ball und hatte Glück, dass der überraschte Sylvain Wiltord vom Fehler nicht profitierte (17.).

Dann wehrte Dida einen Freistoss-Aufsetzer aus rund 30 Metern von Juninho bravourös ab. Und kurz vor der Pause prallte ein Kopfball von Stürmer Fred an den Pfosten. Hätte Lyon vor der Pause noch ein zweites Mal getroffen, hätte die Mailänder an diesem Abend wohl auch Inzaghi nicht mehr retten können.

Milan - Olympique Lyon 3:1 (1:1)
Giuseppe Meazza. -- 78 958 Zuschauer (ausverkauft). -- SR Hauge (No). -- Tore: 25. Inzaghi 1:0. 31. Diarra 1:1. 88. Inzaghi 2:1. 93. Schewtschenko 3:1.

Milan: Dida; Stam (24. Costacurta), Nesta, Kaladse, Serginho; Gattuso (78. Maldini), Pirlo (71. Ambrosini), Seedorf; Kaka; Schewtschenko, Inzaghi.

Lyon: Coupet; Clerc, Cris, Caçapa, Abidal; Juninho, Diarra, Malouda; Wiltord, Fred (71. Carew), Govou (83. Réveillère).

Bemerkungen: Milan ohne Cafu (rekonvaleszent) und Amoroso (nicht spielberechtigt), Lyon ohne Tiago (gesperrt). Vogel bei Milan, Müller bei Lyon auf der Ersatzbank. 40. Kopfball von Fred streift den Pfosten. Verwarnungen: 27. Gattuso (Foul). 45. Inzaghi (Unsportlichkeit). 90. Serginho (Unsportlichkeit). 91. Maldini (Reklamieren).

(fest/Si)

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