Inzest-Opfer danken mit Botschaft für Anteilnahme
publiziert: Mittwoch, 14. Mai 2008 / 16:33 Uhr

Wien - Die Opfer des Inzest-Falls von Amstetten haben sich erstmals an die Öffentlichkeit gewandt. Sie bedankten sich für die Anteilnahme an ihrem Schicksal.

Der 73-Jährige ist weiterhin in Untersuchungshaft.
Der 73-Jährige ist weiterhin in Untersuchungshaft.
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Die Familie des 73-jährigen Inzesttäters habe eine Dankesbotschaft in ein Schaufenster der Amstettener Innenstadt gestellt, berichtete die österreichische Nachrichtenagentur APA.

Auf dem Plakat ist zu lesen: «Wir, die gesamte Familie, möchten diesen Anlass nutzen, um Ihnen allen für ihre Anteilnahme an unserem Schicksal zu danken. Ihr Mitgefühl hilft uns sehr, die schwere Zeit zu bewältigen und zeigt uns, dass es auch gute und ehrliche Menschen gibt. Wir hoffen, dass für uns die Zeit kommt, wo wir wieder ins normale Leben zurückfinden werden.»

Ausserdem haben die Familienmitglieder verschiedene Wünsche aufgeschrieben. Die 42-jährige Tochter des Täters hofft beispielsweise auf die Genesung ihrer Tochter. «Ich vermisse meine lieben Freunde und Freiheit», notierte die Frau des geständigen Täters.

Weiterhin in einer Klinik

Die Familie des Inzest-Täters ist weiterhin in einer Klinik untergebracht. Die Initiative zu dem seit Dienstag ausgestellten Plakat sei von der Familie selbst ausgegangen und mit den behandelnden Ärzten abgesprochen gewesen, sagte Opferanwalt Christoph Herbst der APA.

Der 73-Jährige, der 24 Jahre lang seine Tochter eingesperrt und misshandelt hat, ist weiterhin in Untersuchungshaft. Er hatte mit seiner Tochter sieben Kinder gezeugt. Drei davon adopierte er mit seiner Frau, eines starb kurz nach der Geburt, drei weitere wuchsen bis zu ihrer Befreiung zusammen mit ihrer Mutter im Keller auf.

(smw/sda)

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