Irak-Folter: US-Offizier kommt mit Tadel davon
publiziert: Mittwoch, 29. Aug 2007 / 16:24 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 29. Aug 2007 / 21:06 Uhr

Fort Meade - Der im Zusammenhang mit dem Misshandlungsskandal von Abu Ghraib angeklagte US-Oberstleutnant Steven Jordan ist mit einer Rüge davongekommen.

Die Bilder von Abu Ghraib gingen um die Welt.
Die Bilder von Abu Ghraib gingen um die Welt.
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Ein Militärgericht in Fort Meade bei Washington tadelte den 51-Jährigen, der als einziger Offizier in der Affäre angeklagt war, förmlich wegen Missachtung von Vorgesetzten. Dafür hätte er theoretisch bis zu fünf Jahre in Haft kommen können.

Die schwereren Vorwürfe der Misshandlung irakischer Gefangener im Abu-Ghraib-Gefängnis bei Bagdad und der Vernachlässigung seiner Pflicht hatte das Tribunal am Vortag fallengelassen. Jordan war Chef der Verhörabteilung des Gefängnisses, bevor 2004 Fotos über Misshandlungen von Gefangenen durch US-Soldaten bekannt wurden.

In dem Urteil wurde Jordan lediglich zur Last gelegt, die Affäre 2004 in zwei E-Mails mit einem Kollegen erörtert zu haben, obwohl er zum Schweigen über die Vorfälle aufgefordert worden war.

Kein Offizier verurteilt

Die Verteidigung sprach nach der Urteilsverkündung von einem «Sieg». Mit dem Strafmass sei Jordans langer und und treuer Dienst von 28 Jahren in der US-Armee gewürdigt worden, sagte Anwalt Kris Poppe.

Mit dem Urteil ist dreieinhalb Jahre nach Bekanntwerden des Folterskandals die juristische Aufarbeitung abgeschlossen. Kein Offizier wurde zu einer Haftstrafe verurteilt. Für den Skandal wurden strafrechtlich elf Armeeangehörige mit niedrigeren Diensträngen verantwortlich gemacht.

Welle der Empörung

Die von US-Militärangehörigen aufgenommenen Fotos in Abu Ghraib hatten weltweit eine Welle der Empörung ausgelöst. Die Aufnahmen wurden Ende 2003 gemacht. Sie zeigen Häftlinge, die unter anderem nackt mit einer Hundeleine um den Hals und in anderen erniedrigenden Posen aufgenommen wurden.

Der damalige Verteidigungsminister Donald Rumsfeld bot nach Bekanntwerden des Skandals seinen Rücktritt an. US-Präsident George W. Bush versprach eine lückenlose Aufklärung.

(ht/sda)

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