Irak-Krieg: Blair stellt sich dem Unterhaus

publiziert: Dienstag, 8. Jul 2003 / 13:11 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 8. Jul 2003 / 16:18 Uhr

London - Der britische Premier Tony Blair hat vor dem Londoner Unterhaus seine umstrittene Entscheidung zum Irak-Krieg gerechtfertigt.

Blair (l) musste sich während der Fragerei, den Vorwurf gefallen lassen, ein Schosshund der US-Administration zu sein.
Blair (l) musste sich während der Fragerei, den Vorwurf gefallen lassen, ein Schosshund der US-Administration zu sein.
Einen Tag nach einem kritischen Bericht des Parlaments-Aussenausschusses verwies Blair darauf, allein die Resolution 1441 des UNO-Sicherheitsrats habe eine ausreichende Grundlage zum Angriff gegeben.

Der irakische Machthaber Saddam Hussein habe versucht, die Waffeninspektoren der UNO weiter über seine Programme zur Herstellung von Massenvernichtungswaffen zu täsuschen, beteuerte Blair.

Informationen manipuliert?

Am Montag hatte der Aussenausschuss des Unterhauses Blairs Regierung von den Vorwürfen entlastet, sie habe Geheimdienstinformationen manipuliert und das Parlament vor dem Krieg bewusst getäuscht.

Allerdings habe die Londoner Regierung im September die Lage teilweise falsch dargestellt und ein Geheimdienstdossier veröffentlicht, das nicht zuverlässig gewesen sei.

Blairs Glaubwürdigkeit hat wegen des Streits um den Irakkrieg starken Schaden genommen.

US-Regierung im Kreuzfeuer

Auch die US-Regierung steht im Kreuzfeuer der Kritik. Nun räumte sie nach einem Bericht der Washington Post erstmals einen Irrtum ein.

Mit dem heutigen Wissen hätte die Äusserung über Iraks Versuch, in Afrika Uran zu kaufen, nicht in der Rede von US-Präsident George W. Bush zur Lage zur Nation stehen sollen, zitierte die Zeitung einen Vertreter der US-Regierung.

US-Präsidialamt autorisierte Zitat

Das Zitat sei vom US-Präsidialamt autorisiert worden. Eine Stellungnahme des Präsidialamtes lag nicht vor.

Bush hatte im Januar einige Wochen vor Beginn des Irak-Krieges erklärt, Irak habe versucht, in Afrika waffentaugliches Uran zu kaufen.

Die Zeitung berichtete weiter, die US-Regierung habe faktisch eingeräumt, dass die Geheimdienstberichte, die Bushs Rede vom 28. Januar zu Grunde lagen, falsch gewesen seien. Dazu gehörten auch fragwürdige britische Berichte.

IAEA Bericht

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hatte im März einen Bericht über den angeblichen Kaufversuch in Niger zurückgewiesen und erklärt, er beruhe auf gefälschten Unterlagen.

Der Vorwurf, Irak besitze Massenvernichtungswaffen, war einer der Hauptgründe der USA und Grossbritannien für den Krieg gegen das Land. Bislang wurden allerdings keine solchen Waffen in Irak gefunden.

In Grossbritannien unterstützen inzwischen nur noch 47 Prozent der Bevölkerung den Irak-Krieg. Im April waren es noch 64 Prozent.

(bsk/sda)

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