Irak soll gegen die PKK vorgehen
publiziert: Dienstag, 16. Okt 2007 / 15:34 Uhr

Ankara/Bagdad - Der türkische Regierungschef Tayyip Erdogan hat Spekulationen über eine baldige Irak-Invasion gedämpft. Jedoch verlangte er von der irakischen Regierung, gegen die PKK-Rebellen im Nordirak vorzugehen.

Tayyip Erdogan: «Eine Offensive steht nicht unmittelbar bevor.» (Archivbild)
Tayyip Erdogan: «Eine Offensive steht nicht unmittelbar bevor.» (Archivbild)
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Das türkische Parlament entscheidet an diesem Mittwoch über eine Vollmacht zur Truppenentsendung in den Irak, um dort gegen Stützpunkte der kurdischen Rebellen vorzugehen. Eine Zustimmung des Parlaments gilt als sicher.

Die Erlaubnis soll ein Jahr lang gelten und sieht mehrere grenzüberschreitende Einsätze vor.

Die Bitte um die Erlaubnis eines solchen Militäreinsatzes durch das Parlament bedeute nicht zwangsläufig, dass eine Offensive unmittelbar bevorstehe, sagte Erdogan vor der Parlamentsfraktion seiner Regierungspartei AKP. «Ich wünsche sehr, dass diesem Antrag keine Taten folgen.»

Angriffspläne nicht gegen die Iraker

Jedoch sei die Geduld der Türkei «am Ende», sagte Erdogan weiter. Wenn der Irak eine türkische Militärintervention verhindern wolle, müsse er gegen die Rebellen auf seinem Territorium vorgehen.

Über den Zeitpunkt und die Form eines möglichen Einmarsches werde zu gegebener Zeit entschieden, sagte der Premier weiter.

Er betonte, die türkischen Angriffspläne richteten sich lediglich gegen die kurdische Arbeiterpartei (PKK), nicht gegen die Iraker.

Dialog gefordert

Die irakische Regierung berief unterdessen eine Krisensitzung ein, um über türkische Pläne zu beraten. Ministerpräsident Nuri al-Maliki sei sich über «die Sorgen der türkischen Freunde» im klaren, hiess es in einer in Bagdad veröffentlichten Erklärung der Regierung.

Der Dialog sei aber immer noch der beste Weg, um die Lage an der türkisch-irakischen Grenze zu entspannen, sagte Al-Maliki. Die irakische Führung werde sich bemühen, «alle terroristischen Aktivitäten» der PKK zu unterbinden.

Man müsse den Vertretern der Türkei, des Iraks und der USA aber genügend Zeit geben, um eine Lösung für das Problem zu finden.

(rr/sda)

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