Irakische Krisendelegation in die Türkei
publiziert: Mittwoch, 17. Okt 2007 / 11:15 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 17. Okt 2007 / 14:20 Uhr

Bagdad - Die Regierung in Bagdad will eine Krisendelegation in die Türkei entsenden, um das Nachbarland von einem Militäreinsatz im Nordirak abzuhalten. Wann die Delegation ihre Reise antreten wird, ist noch unklar.

Der irakische Ministerpräsident Nuri al-Maliki.
Der irakische Ministerpräsident Nuri al-Maliki.
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Eine hochrangige Abordnung von Politikern und Sicherheitsfachleuten werde in die Türkei reisen, um sich mit den jüngsten Entwicklungen an der Grenze zwischen beiden Ländern zu befassen, teilte die irakische Regierung mit.

Zuvor hatte ein Krisenausschuss unter Leitung von Ministerpräsident Nuri al-Maliki getagt.

Das türkische Parlament soll im Laufe des Tages über einen möglichen Militäreinsatz im Nordirak gegen Rebellen der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei (PKK) entscheiden.

Die Türkei wirft den Regierungen in Washington und Bagdad dagegen vor, nicht entschlossen genug gegen die etwa 3000 PKK-Kämpfer vorzugehen, welche die Grenzregion als Rückzugsgebiet nutzten.

NATO fordert Zurückhaltung

NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer forderte den türkischen Präsidenten Abdullah Gül zur Mässigung auf. Scheffer habe Gül angerufen und seine Position erläutert, sagte ein NATO-Sprecher an einer Pressekonferenz in Brüssel. Gerade in der aktuell sehr angespannten Lage sollten alle Seiten grösste Zurückhaltung zeigen, habe der Generalsekretär gesagt.

Der irakische Vizepräsident Tarek el Haschemi äusserte sich nach Gesprächen mit der Regierung in Ankara optimistisch. «Es gibt eine neue Atmosphäre, um die aktuelle Krise zu überwinden», sagte Haschemi vor seiner Abreise aus Ankara, wie die türkische Nachrichtenagentur Anadolu meldete.

Er habe die türkische Regierung um mehr Zeit gebeten, damit der Irak den Untergrundkämpfern der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) im Nordirak selbst das Handwerk legen könne: «Die irakische Regierung sollte die Möglichkeit erhalten, grenzüberschreitende terroristische Aktivitäten zu verhindern.»

(bert/sda)

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