Irakische Regierung in der Pflicht
publiziert: Mittwoch, 25. Okt 2006 / 21:46 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 25. Okt 2006 / 22:31 Uhr

Washington - Angesichts anhaltender Gewalt im Irak hat US-Präsident George W. Bush Schwierigkeiten eingeräumt. Die gegenwärtige Lage bereite ihm ernsthafte Sorgen, sagte Bush auf einer Medienkonferenz in Washington.

George w. Bush: «Unsere Ziele sind unverändert, aber wir sind flexibel bei den Methoden.»
George w. Bush: «Unsere Ziele sind unverändert, aber wir sind flexibel bei den Methoden.»
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Einen grundsätzlichen Kurswechsel schloss Bush aus.

Die taktischen Grundlagen des Einsatzes würden allerdings ständig neu angepasst, sagte der Präsident.

«Unsere Ziele sind unverändert, aber wir sind flexibel bei den Methoden.»

Bush sagte, dass seit Monatsbeginn 93 US-Soldaten im Irak getötet worden seien. Dies sei die höchste Zahl seit Oktober 2005.

Grenzen der Geduld

Der Präsident zeigte sich entschlossen, angesichts der kritischen Lage auch die irakische Regierung in die Pflicht zu nehmen. Die Führung in Bagdad müsse «entschlossene Massnahmen» treffen, «um ihr Land zu retten». Die Geduld der USA sei dabei «nicht unbegrenzt».

Der US-Präsident machte klar, dass sich die US-Armee aus den zunehmend gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen den Volks- und Religionsgruppen im Irak heraushalten wolle.

Auflösung schiitischer Milizen?

Inzwischen verneinte Regierungschef Nuri al Maliki, dass seine Regierung einem Zeitplan der USA für die Befriedung des Landes zugestimmt hat.

US-Botschafter Zalmay Khalilzad hatte am Dienstag gesagt, die irakische Regierung habe einem US-Zeitplan zugestimmt, wonach die radikalen Milizen aufgelöst und die befeindeten Gruppen versöhnt werden sollen. Er gehe davon aus, dass Maliki einen entsprechenden «Vertrag» innerhalb von einem Jahr aushandeln könne.

Der Streit um die Rolle der schiitischen Milizen eskalierte weiter. In mehreren Berichten wurde ihnen in jüngster Zeit vorgeworfen, sie spielten sich zunehmend als selbst ernannte «Rächer» auf und töteten mutmassliche sunnitische Extremisten.

Der schiitische Parlamentsabgeordnete Baha al-Aradschi erklärte dagegen, weder die US-Truppen noch die Regierung in Bagdad hätten bisher grosse Anstrengungen zur Auflösung der Milizen unternommen.

(bert/sda)

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