Irakisches Öl-Geld in US-Taschen?
publiziert: Freitag, 16. Jul 2004 / 09:16 Uhr

Washington - Ein von der UNO eingesetztes Gremium hat Zweifel an den USA im Zusammenhang mit ihrer Öl-Politik in Irak geäussert. Es sei nicht klar, ob die USA in Irak Erlöse aus Öleinnahmen vollständig zum Wohl des irakischen Volkes ausgegeben hätten.

Viele glauben, das Öl sei der wichtigste Kriegsgrund gewesen.
Viele glauben, das Öl sei der wichtigste Kriegsgrund gewesen.
In einer in Washington veröffentlichten Stellungnahme des Gremiums (IAMB), das über den Irak-Entwicklungsfonds (DFI) wacht, heisst es: Die Kontrollen waren unzureichend, um mit Gewissheit sagen zu können, dass alle Ausgaben des DFI für die vorgesehenen Zwecke erfolgten.

So sei die Rollenverteilung innerhalb der Besatzungsbehörde CPA unklar gewesen und die Buchhaltung habe zu wünschen übrig gelassen. Transaktionen seien ungenügend dokumentiert und Vereinbarungen über die Zuteilung von Aufträgen nicht immer eingehalten worden.

Zu diesen Ergebnissen kam der Rat durch eine bei der internationalen Rechnungsprüfungsgesellschaft KPMG in Auftrag gegebene Kontrolle. Der Rat werde als nächstes die Auftragsvergabe überprüfen, und entscheiden, ob weitere Untersuchungen nötig seien.

Das IAMB (International Advisory Board on Iraq) ist der Aufsichtsrat für den von der UNO eingesetzten Irak-Entwicklungsfonds. Der Fonds verwaltet alle Öleinnahmen, Überhänge aus dem UNO-Öl für Nahrungsmittel-Programm und eingefrorene irakische Guthaben.

Die Einnahmen müssen nach den Statuten zum Wohl des irakischen Volkes ausgegeben werden. Bis zur Machtübergabe in Irak am 28. Juni war die Besatzungsbehörde dafür verantwortlich. Jetzt liegen die Entscheide bei der irakischen Übergangsregierung.

(fest/sda)

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