Botschaftspersonal abgezogen
Iran bezeichnet Saudi-Arabiens Abbruch der Beziehungen als voreilig
publiziert: Montag, 4. Jan 2016 / 06:45 Uhr

Dubai - Saudi-Arabien bricht nach dem eskalierten Streit um die Hinrichtung eines schiitischen Geistlichen seine diplomatischen Beziehungen zum Iran ab. Das Königreich habe das Botschaftspersonal aus Teheran abgezogen, sagte Aussenminister Adel al-Dschubair am Sonntagabend.

5 Meldungen im Zusammenhang
Der Iran bezeichnete die Entscheidung Saudi-Arabiens als «voreilig». «Die Saudis haben schon in der Vergangenheit mit solchen voreiligen und irrationalen Entscheidungen Instabilität in der Region verursacht», sagte Vizeaussenminister Hossein Amir-Abdollahian in der Nacht zum Montag im staatlichen Fernsehen.

Kein saudiarabischer Diplomat sei zu Schaden gekommen. Sein Land sei für Diplomaten eines der sichersten der Region. Die Hinrichtung des prominenten Geistlichen Nimr al-Nimr durch Saudi-Arabien bezeichnete Abdollahian als grossen Fehler, der nicht mit dem Abbruch der Beziehungen vertuscht werden könne.

Als Reaktion auf die Erstürmung der saudiarabischen Botschaft in Teheran am Sonntag hat Saudi-Arabien die diplomatischen Kontakte zum Iran beendet und forderte dessen Diplomaten auf, binnen 48 Stunden das Königreich zu verlassen. Aufgebrachte Demonstranten drangen aus Protest gegen die Exekution al-Nimrs in die Botschaft ein, legten Feuer und zertrümmerten Mobiliar.

Tiefpunkt erreicht

Das Verhältnis zwischen dem Iran und Saudi-Arabien war bereits jahrzehntelang schwierig, Phasen der Spannung wurden durch Zeiten der Annäherung abgelöst. Die Eskalation vom Sonntag allerdings markiert eine lange nicht erreichten Tiefpunkt zwischen beiden Ländern.

Vor fast 28 Jahren, 1988, hatte Saudi-Arabien schon einmal die Beziehungen zum Iran abgebrochen. Grund waren blutige Auseinandersetzungen zwischen iranischen Pilgern und örtlichen Sicherheitskräften in Mekka 1987. Der jüngste Schritt bekräftigt auch die gestiegene Aggressivität des ultrakonservativen Königreichs unter König Salman, der seit knapp einem Jahr an der Macht ist.

Die beiden Länder spielen eine Schlüsselrolle bei der Lösung des Konflikts in Syrien und dem Irak. Das internationale Vorgehen gegen die Terrormiliz Islamischer Staat hatte zuletzt zu einer leichten Annäherung beider Widersacher geführt. Sie sind zugleich auch die wirtschaftsstärksten Staaten im Mittleren Osten. Doch Riad wirft Teheran immer wieder die Einmischung in arabische Angelegenheiten vor.

(kris/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
1
Forum
Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von einer Leserin oder einem Leser kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Teheran - Der iranische Präsident Hassan Ruhani strebt eine Versöhnung mit dem regionalen Erzfeind Saudi-Arabien an. ... mehr lesen
Die Saudis haben laut Ruhani einen Weg eingeschlagen, der falsch sei. (Archivbild)
Dubai - Nach Tagen der Konfrontation mit Saudi-Arabien sendet die iranische Führung vorsichtige Entspannungssignale. Präsident Hassan Ruhani hob am Dienstag die Bedeutung von Verhandlungen und regionaler Einigkeit hervor. mehr lesen 
Die Massenhinrichtung führte zu schweren Auseinandersetzungen in der Golfregion. (Symbolbild)
New York - Saudi-Arabien hat die umstrittene Hinrichtung von 47 Menschen wegen Terrorismus-Vorwürfen verteidigt. ... mehr lesen 2
Riad/Teheran/Moskau - Die Eskalation der Spannungen zwischen dem Iran und Saudi-Arabien ruft die Weltmächte auf den ... mehr lesen
Die...
Saudis sind Weltgewandt, sie bewegen sich auf internationalem Parkett selbstbewusst und wissen um ihre monitäre Macht. Wenn die Saudis ihre Investitionen weltweit einstellen würden, würden viele grosse Konzerne schnell pleite gehen. Fiat, VW, Ford u.a. würden innerhalb von sechs Monaten pleite gehen. Deshalb toleriert man im Westen die Steinigungen, das Handabhacken, das hinrichten durch den Strang und das Kopfabhacken.
Rami Hamdallah hat das Drängen Israels zurückgewiesen. (Archivbild)
Rami Hamdallah hat das Drängen Israels ...
Spielt Netanjahu auf Zeit?  Jerusalem - Der palästinensische Ministerpräsident Rami Hamdallah hat das Drängen Israels auf direkte Nahost-Verhandlungen anstelle der multilateralen Friedensinitiative Frankreichs zurückgewiesen. 
Koalitionsverhandlungen mit Jariv Levin  Jerusalem - Israels Regierungspartei Likud will die ultrarechte Partei Unser Haus Israel rasch in Benjamin Netanjahus rechts-religiöse ...  
Avigdor Lieberman ist ehemaliger Aussenminister.
Israels Verteidigungsminister wirft alles hin Jerusalem - Wegen eines Streits mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu legt Israels ...
Titel Forum Teaser
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3932
    Der... Grund für die Misere liegt ganz woanders und ist im Prinzip sehr ... heute 11:04
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3932
    "Flüchtlingslager-Räumung" Gut für die Einwohner von Idomeni, die nun bald ihr Leben, ihre ... heute 10:30
  • Kassandra aus Frauenfeld 1760
    Im letzten Moment die Kurve gekriegt! Den Oesterreichern herzlichen Glückwunsch! Unter den Rechten gehts ... gestern 18:01
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3932
    R. Erdogans... Berater Burhan Kuzu sandte bereits am 10. 5. 2016 eine Drohung gen EU, ... gestern 17:21
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3932
    In... Syrien gibt es einen Krieg im Krieg. Es herrscht in Syrien schon lange ... gestern 15:16
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3932
    Das... war nur eine weitere Gelegenheit für Herrn A. Mazyek, sich wichtig zu ... gestern 14:37
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3932
    Wenn... die Türkei sich nicht an die Abmachungen hält, gibt es keine ... gestern 11:44
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3932
    Dieses... Wahlergebnis spiegelt vor allem die in fast allen westlichen ... gestern 10:39
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Wettbewerb
   
Die Alp Grosser Mittelberg im Justistal.
Viel Glück  Die Alpsaison steht vor der Tür. Damit Wanderfreunde den Weg zu den schönsten Alpbeizli finden, haben wir ein Gewinnspiel parat.
Mitmachen und gewinnen.  Rechtzeitig zur Premiere von «The First Avenger: Civil War» verlosen wir zwei Fan-Pakete mit jeweils zwei Kinoeintritten.
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mi Do
Zürich 9°C 14°C bewölkt, etwas Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Basel 10°C 15°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich recht sonnig
St. Gallen 7°C 11°C stark bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Bern 7°C 14°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Luzern 8°C 14°C stark bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Genf 8°C 16°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen recht sonnig
Lugano 10°C 23°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten