Urananreicherung gesteigert
Iran verwischt Spuren und behindert Kontrollen der Atomanlagen
publiziert: Donnerstag, 30. Aug 2012 / 22:02 Uhr / aktualisiert: Samstag, 1. Sep 2012 / 10:56 Uhr
Selbst wenn die IAEA nun in die Anlage dürfe, könne sie diese kaum noch effektiv kontrollieren. (Symbolbild)
Selbst wenn die IAEA nun in die Anlage dürfe, könne sie diese kaum noch effektiv kontrollieren. (Symbolbild)

Wien - Der Iran treibt den Ausbau seines umstrittenen Atomprogramms stetig voran. Dabei lässt er sich immer weniger in die Karten schauen, wie die internationale Atomenergiebehörde (IAEA) feststellen musste.

11 Meldungen im Zusammenhang
Vor allem die gesteigerte Urananreicherung und verwischte Spuren in der Militäranlage Parchin machen den Atomwächtern Sorgen, wie aus dem am Donnerstag in Wien vorgelegten jüngsten Iran-Bericht der IAEA hervorgeht.

Experten befürchten einen baldigen Angriff Israels auf die iranischen Nuklearanlagen, wenn es weiter keine Annäherung im Atomstreit gibt.

Viele Länder sind sich inzwischen sicher, dass der Iran unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Atomenergie an Nuklearwaffen arbeitet. Auch die IAEA hält dies wegen fehlender Kooperation des Landes für immer wahrscheinlicher.

Dennoch bemüht sich die Behörde weiter um Zugang zu Informationen und Anlagen. Vergangene Woche blieben erneute Iran-IAEA-Gespräche über eine Annäherung ohne Ergebnis.

Spuren verwischt

Aktuell geht es vor allem um die Militäranlage von Parchin südöstlich von Teheran, zu der die Atomwächter Zugang fordern. Die IAEA hat von den Mitgliedstaaten Informationen, die zeigen sollen, dass der Iran dort Komponenten von Atomsprengköpfen testete.

Jahrelang habe es rund um die Gebäude keine Arbeiten gegeben, heisst es im Bericht. Seitdem die IAEA im Januar 2012 aber Zugang zu Parchin gefordert habe, sei plötzlich viel passiert: Gebäude wurden abgerissen, Material abtransportiert und der Boden umgegraben.

Bilder vom August zeigten nun, dass das für die Tests zentrale Gebäude mit einer Plane abgedeckt wurde. «Vor dem Hintergrund dieser Arbeiten wurde die Möglichkeit der IAEA nachteilig beeinflusst, die Informationen, die Grund zu Sorge sind, zu überprüfen», heisst es im Bericht. Selbst wenn die IAEA nun in die Anlage dürfe, könne sie diese kaum noch effektiv kontrollieren.

Kapazitäten verdoppelt

Ebenfalls Unbehagen bereitet den Atomwächtern der deutliche Ausbau der Urananreicherung im Land, deren Stopp eine zentrale Forderung der Weltmächte im Streit mit dem Iran ist.

Nach IAEA-Informationen hat Teheran die Zahl seiner für die Anreicherung benötigten Zentrifugen seit dem vorangegangenen Iran-Bericht im Mai auf mehr als 2000 verdoppelt. Diese sind in der unterirdischen und vor einem Angriff gut gesicherten Anlage in Fordo installiert.

Angereichertes Uran wird für Forschungszwecke und die Stromerzeugung, aber auch für Atomwaffen benötigt. Der Iran reichert bisher Uran in grossen Mengen bis auf höchstens 20 Prozent an, was für Waffen zu wenig ist.

Dieser Brennstoff kann aber aus Expertensicht in monatelanger Arbeit weiterverarbeitet werden und würde dann für mindestens sieben Atombomben reichen.

Der Iran habe für seine zivilen Reaktoren inzwischen einen Uranvorrat für mehr als zehn Jahre, sagte ein hochrangiger Beamter am Donnerstag in Wien: «Wir fragen uns natürlich, warum sie immer weitermachen».

(knob/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Washington - Im Streit um das iranische Atomprogramm haben die USA, die ... mehr lesen
Im Streit um das iranische Atomprogramm haben die USA die EU und die UNO die Führung in Teheran zu mehr Anstrengungen ermahnt.
Toronto - Kanada kappt die diplomatischen Beziehungen zum Iran: Aussenminister John Baird sagte am Freitag, sein Land ... mehr lesen 2
Kanadas Aussenminister John Baird. (Archivbild)
Hassan Nasrallah behauptet, iranische Beamte hätten ihm gesagt, dass der Iran im Falle eines Angriffs auch Militärstützpunkte der USA in der Region angreifen würden. (Archivbild)
Beirut - Der Chef der libanesischen Hisbollah-Partei hat Israel vor einem Angriff auf Irans Atomanlagen gewarnt. Iranische ... mehr lesen
Moskau/Jerusalem - Das iranische Atomkraftwerk Buschehr verfügt nach russischen Angaben jetzt über seine maximale ... mehr lesen 1
Modell des Kernkraftwerks Buschehr.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Wien/Peking - Vertreter des Iran und der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) sind am Freitag erneut zu Gesprächen ... mehr lesen
An den Beratungen nahm der iranische Gesandte bei der IAEA teil.
IAEA-Gesandte Ali Asghar Soltanieh. (Archivbild)
Wien/Teheran - Vertreter des Iran und der Internationalen Atomenergiebehörde ... mehr lesen 1
Teheran - Erstmals seit Veröffentlichung des umstrittenen Iran-Dossiers der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) sollen deren Experten wieder Atomanlagen im Land begutachten. Die Experten kämen am 28. Januar und sollten die zweite Anlage des Landes zur Uran-Anreicherung in Fordo untersuchen. mehr lesen  1
Teheran - In seinem international mit Misstrauen verfolgten Atomprogramm hat der Iran eine weitere Etappe der Produktion von angereichertem Uran bekanntgegeben. Das Land provoziert damit einmal mehr scharfe Kritik aus dem Westen. mehr lesen 
Teheran - Der Iran wird in Kürze seine neue Anlage zur Urananreicherung in Fordo in Betrieb nehmen. Das kündigte der Chef des iranischen Atomprogramms, Fereydoun Abbasi, am Samstag nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Mehr an. mehr lesen 
Kein Psychopath, sondern ein der Realität verpflichteter Diktator: Kim Jong-un.
Kein Psychopath, sondern ein der Realität verpflichteter ...
Achtens Asien Kim Jong-un ist ein Meister der Propaganda und (Selbst)Inszenierung. Nach vier Jahren an der Macht liess er sich nun am VII. Kongress der Koreanischen Arbeiterpartei zum Vorsitzenden krönen. mehr lesen  
Nordkoreaner feiern Parteikongress Pjöngjang - Das nach Atomwaffen strebende Nordkorea hat am Dienstag den ersten Kongress ...
Nordkorea beschliesst Ausbau von Atomwaffen Seoul - Nordkorea will seine Atomwaffenkapazitäten weiter ausbauen. Dies ...
Nordkorea: Atomwaffeneinsatz nur bei Bedrohung Seoul - Nordkorea wird nach den Worten von Staatschef Kim Jong Un ...
Nordkoreas herrschende Arbeiterpartei wählt neue Führung Pjöngjang - Das nach Atomwaffen strebende Nordkorea hat die Wahl ...
Beseitigung von «Hindernissen»  Teheran - Der Iran und die EU wollen «Hindernisse» bei der Umsetzung des Atomabkommens ...
Hintergrund dieses Aufrufs ist die Tatsache, dass für viele europäische Firmen in Iran lukrative Aufträge winken.
Handlungsbedarf für Europa in der Iran-Politik Zürich - Gleich zu Beginn des Europa-Iran-Forum in Zürich ist ein deutlicher Auftrag an die europäischen Politiker ergangen. ...
Titel Forum Teaser
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3941
    Der... Krieg in Syrien wird einmal ein Ende finden. Daher wird es viele ... gestern 13:20
  • Kassandra aus Frauenfeld 1764
    Sag ich doch seit Jahren, die Extremen landen immer dort, wo sich sie sich niemals wiederfinden ... gestern 12:29
  • Kassandra aus Frauenfeld 1764
    ja, weshalb sollte man solches tun? Ist doch krank, Gott zu beschimpfen! Das hat etwas, ... gestern 12:12
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3941
    Die... Linkspartei hat mehrere Probleme: Die Westausdehnung ist offenbar ... gestern 11:39
  • Gargamel aus Galmiz 10
    Warum sollte man überhaupt den Glauben an Gott beschimpfen oder verspotteten? Wie krank ... gestern 10:11
  • Kassandra aus Frauenfeld 1764
    Wir sind ja alle so anders als diese "Flüchtlinge". Warum sind auch nicht alle so edel, wie ... Sa, 28.05.16 20:25
  • Kassandra aus Frauenfeld 1764
    So sehe ich das auch! Es kann weder in einer Gesellschaft noch im weltweiten Rahmen lange gut ... Sa, 28.05.16 20:22
  • MichaelHaab aus Knonau 1
    globale Ungleichheit EGal wie schwierig es ist,die Grenzen zu überwinden, egal wie hoch die ... Sa, 28.05.16 08:53
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Wettbewerb
   
Die Alp Grosser Mittelberg im Justistal.
Viel Glück  Die Alpsaison steht vor der Tür. Damit Wanderfreunde den Weg zu den schönsten Alpbeizli finden, haben wir ein Gewinnspiel parat.
Mitmachen und gewinnen.  Rechtzeitig zur Premiere von «The First Avenger: Civil War» verlosen wir zwei Fan-Pakete mit jeweils zwei Kinoeintritten.
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Di Mi
Zürich 13°C 19°C bewölkt, etwas Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen bewölkt, etwas Regen
Basel 14°C 19°C bewölkt, etwas Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, etwas Regen Wolkenfelder, kaum Regen
St. Gallen 12°C 17°C bewölkt, etwas Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, etwas Regen bewölkt, etwas Regen
Bern 12°C 18°C bewölkt, etwas Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, etwas Regen bewölkt, etwas Regen
Luzern 13°C 20°C bewölkt, etwas Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, etwas Regen bewölkt, etwas Regen
Genf 12°C 17°C bewölkt, etwas Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig stark bewölkt, Regen wechselnd bewölkt
Lugano 14°C 20°C Gewitter möglichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Gewitter möglich Gewitter möglich
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten