Irans Frauen gegen Schleierpflicht
publiziert: Montag, 28. Aug 2006 / 23:36 Uhr

In der iranischen Hauptstadt revoltieren offenbar viele Frauen gegen die Kleidervorschriften des streng moslemischen Staates.

Viele junge Frauen im Iran wollen keine Kopftuch mehr tragen.
Viele junge Frauen im Iran wollen keine Kopftuch mehr tragen.
Allein im vergangenen Monat seien in Teheran 64 000 Frauen wegen nachlässigen Anlegens ihres Kopftuchs verwarnt worden.

Dies teilte ein Polizeisprecher in der Acht-Millionen-Metropole laut iranischen Presseberichten mit. Seit der islamischen Revolution im Jahr 1979 ist im Iran das Verhüllen des Kopfhaars mit einem Kopftuch für alle Frauen - egal welcher Nationalität und welcher Religionszugehörigkeit - Pflicht.

In den vergangenen Jahren wurde die Schleierpflicht insbesondere in grösseren Städten von vielen Frauen lockerer gehandhabt. In bestimmten Quartieren Teherans bedecken viele Mädchen nur einen Teil ihres Haars mit einem Tuch und tragen lediglich ein über die Oberschenkel reichendes Hemd über ihrer Hose.

In Saudi-Arabien sollen Frauen sollen künftig nur noch an einem abgelegenen Teil der Moschee beten dürfen, wie aus Plänen Geistlicher hervorgeht. Die Kaaba, der heilige Schrein von Mekka, ist eine würfelförmige Konstruktion in der Grossen Moschee.

«Besserer Platz»

«Der Bereich ist sehr klein und überfüllt, deswegen haben wir beschlossen, die Frauen an einen besseren Platz zu bringen», begründete Osama al-Bar, Leiter des Instituts für Hadsch-Forschung, die Pläne des Überwachungskomitees, das nur aus Männern besteht.

«Aus unserer Sicht ist das besser für die Frauen.» Bisher ist die Kaabe in Mekka der einzige Ort, an dem männliche und weibliche Gläubige gemeinsam beten dürfen.

Widerstand angekündigt

Frauenrechtlerinnen in Saudi-Arabien nannten das Vorhaben diskriminierend und kündigten an, sich den geplanten Beschränkungen zu widersetzen. Einmal im Jahr pilgern gläubige Moslems bei der Wallfahrt Hadsch nach Mekka und umrunden die Kaaba sieben Mal.

Nach Angaben des Historikers Hatun al-Fassi wäre dies das erste Mal in der Geschichte des Islams, dass Frauen vom Gebet an der Kaaba ausgeschlossen würden.

(fest/Si)

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