Kandidirt für zweite Amtszeit
Irans Präsident Chatami bereit zur Wiederwahl
publiziert: Freitag, 4. Mai 2001 / 16:09 Uhr

Teheran - Der iranische Präsident Mohammed Chatami will für eine zweite Amtszeit kandidieren. Er hat am Freitag im Teheraner Innenministerium seine Kandidatur für die Wahl am 8. Juni eingereicht - zwei Tage vor Ablauf der Frist.

In der letzten Zeit hatte es Spekulationen gegeben, ob der als Reformer geltende Politiker tatsächlich weitere vier Jahre im Amt anstrebt. Sein Zögern erklärte Chatami vor Journalisten damit, dass er sich gefragt habe, ob er seine Anliegen effektiver als Präsident oder mit einer Tätigkeit im Kulturbereich voranbringen könne.

«Persönlich wäre ich lieber irgendwo anders», sagte der von den konservativen Klerikern bekämpfte Präsident unter Tränen. Der Wunsch des Volkes habe schliesslich den Ausschlag für seine Entscheidung gegeben, sagte der Präsident.

Beobachter in Iran glauben jedoch, dass Chatami vor allem wegen der engen Grenzen seines Amtes zögerte. 35 reformorientierte Publikationen wurden in der letzten Zeit von der konservativen Justiz geschlossen und mehrere Anhänger Chatamis ins Gefängnis gesteckt.

Nach der iranischen Verfassung steht nicht der Präsident, sondern das geistliche Oberhaupt, Ajatollah Ali Chamenei, an der Spitze des Staates.

«Hoher Preis» der Demokratie

Zur Bilanz seiner ersten Amtszeit sagte der Präsident, die Iraner hätten «einen hohen Preis» für die demokratischen Errungenschaften der vergangenen vier Jahre gezahlt. «Wir hatten viele Probleme, und wir hatten viele Erfolge. Der endgültige Erfolg wird jedoch die Durchsetzung des Volkswillens sein.»

Bislang haben sich insgesamt 130 Kandidaten zur Präsidentenwahl registrieren lassen. Allerdings entscheidet der so genannte Wächterrat noch über die endgültige Zulassung der Bewerber. Wahlberechtigt sind 42 Millionen Iraner.

Gute Chancen

Beobachter sehen gute Chancen für Chatami. Vor allem unter den Studenten und 20- bis 30-Jährigen hat er über 20 Jahre nach der Islamisierung des Landes Anhänger, die für demokratische Reformen nach westlichen Vorbild eintreten und die Allmacht der Kleriker begrenzen wollen.

Allerdings wurde zugleich bezweifelt, ob Chatami noch einmal 70 Prozent der Stimmen wie vor vier Jahren erhalten werde.

(kil/sda)

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