Anschläge in Nigeria und Kamerun
Islamische Fanatiker töten über 50 Menschen
publiziert: Donnerstag, 23. Jul 2015 / 07:10 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 23. Jul 2015 / 17:12 Uhr

Kano - Bei Anschlägen in Nigeria und Kamerun sind am Mittwoch mehr als 50 Menschen getötet worden. Die Attacken trugen die Handschrift islamischer Fanatiker. Im nigerianischen Gombe explodierten mehrere Bomben, im kamerunischen Maroua sprengten sich zwei Mädchen in die Luft.

5 Meldungen im Zusammenhang
Bei den Anschlägen auf zwei Busbahnhöfe im nordostnigerianischen Gombe wurden mehr als 40 Menschen getötet. Augenzeugen zufolge ereigneten sich die ersten Explosionen gegen 19.30 Uhr am Eingang des Busbahnhofs Dadin Kowa. Etwa 20 Minuten später explodierten zwei Bomben an der Dukku-Busstation.

In Gombe hatte es erst am vergangenen Donnerstag 49 Tote bei mehreren Bombenexplosionen auf einem Markt gegeben, auf dem zahlreiche Menschen für das Fest zum Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan einkauften.

Ob die Anschläge am Mittwoch von Selbstmordattentätern verübt oder ob Sprengsätze ferngesteuert gezündet wurden, war zunächst nicht feststellbar.

Die islamischen Fanatiker von Boko Haram (deutsch: Westliche Bildung ist Sünde) nahmen schon in der Vergangenheit häufig belebte Orte wie Bahnhöfe, Moscheen oder Kirchen ins Visier. Erst kürzlich hatte die Gruppe über den Kurznachrichtendienst Twitter ein Video verbreitet, in dem sie kundtat, noch lange nicht geschlagen zu sein: "Wir kommen dahin, wo ihr uns nicht erwartet, und viel stärker als früher", hiess es darin.

Boko Haram kämpft seit Jahren mit Gewalt für die Errichtung eines islamischen Staates im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias.

Korrupte Armee genauso brutal wie Islamisten

Zulauf erhält Boko Haram auch deswegen, weil die nigerianische Armee nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International nicht weniger brutal innerhalb der Bevölkerung wütet - nachgewiesen sind willkürliche Razzien und Festnahmen mit anschliessender Folter und mit Massenerschiessungen. Ausserdem beliefern korrupte Offiziere Boko Haram mit Waffen aus Armee-Beständen.

Seit dem vergangenen Jahr haben die Terrorbanden der Islamisten ihre Anschläge auch auf die Nachbarländer Kamerun, Niger und Tschad ausgeweitet.

Inzwischen gehen die betroffenen Länder aber gemeinsam gegen die Islamisten vor. In dem Konflikt wurden nach Angaben der Vereinten Nationen schon mehr als 15'000 Menschen getötet.

Teenager-Mädchen sprengen sich in die Luft

Von einem schweren Attentat erschüttert wurde am Mittwoch auch das benachbarte Kamerun: In der nördlichen Regionalhauptstadt Maroua sprengten sich zwei Mädchen auf einem zentralen Markt in die Luft. Sie rissen mindestens elf Menschen mit in den Tod, 32 weitere wurden verletzt. Die Mädchen waren nach Angaben der Regionalregierung beide jünger als 15 Jahre.

Ein kamerunischer Journalist, der in der Stadt unterwegs war, berichtete von "völliger Panik" nach den Attentaten. Überall hätten Leichenteile und abgetrennte Gliedmassen herumgelegen. Zu dem Doppelanschlag bekannte sich zunächst niemand. Auch in dieser Region verübt Boko Haram regelmässig Anschläge.

Kameruns Präsident Paul Biya verurteilte die "schändlichen" Angriffe auf "unschuldige Menschen". Er rief die Bevölkerung zur Wachsamkeit und zur engen Zusammenarbeit mit den Sicherheitskräften auf.

Nigerias Präsident kritisiert USA

Der nigerianische Präsident Muhammadu Buhari - selbst ein Muslim im religiös zwischen Christen und Muslimen gespaltenen westafrikanischen Land - kritisierte auf seiner ersten USA-Reise seit seinem Amtsantritt die mangelnde Unterstützung Washingtons.

Wenn die USA mit dem Argument der "angeblichen Menschenrechtsverletzungen" in Nigeria keine Waffen an die dortige Armee lieferten, dann nütze dies nur Boko Haram, sagte Buhari in einer Rede vor Abgeordneten und Bürgerrechtlern.

(bert/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Kano - Bei einem Angriff der Islamistengruppe Boko Haram auf ein Dorf im ... mehr lesen 1
Die Bevölkerung in Nigeria leidet schwer unter den brutalen Terrorangriffen der muslimischen Terroristen.
Maiduguri - Erneut hat sich in Nigeria eine Selbstmordattentäterin auf einem belebten Markt in die Luft gesprengt. Die Frau zündete ihren Sprengsatz auf dem Gamboru-Markt in der ... mehr lesen
Abuja - Die nigerianische Armee hat nach eigenen Angaben 30 Geiseln, ... mehr lesen
Rund 30 Geiseln wurden befreit. (Symbolbild)
Yaounde - Im Norden Kameruns ist erneut ein schwerer Bombenanschlag verübt worden. Ein Offizier in der Stadt Maroua sagte der Nachrichtenagentur Reuters am Samstag, bei dem Selbstmordattentat auf eine Bar seien mindestens 19 Menschen getötet und 62 verletzt worden. mehr lesen 
Die US-Armee darf die türkische Basis nutzen.
Washington - Die Türkei beteiligt sich ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Über 500 Menschen waren an der Übung beteiligt.
Über 500 Menschen waren an der Übung beteiligt.
Übung mit 500 Helfern  Mit einem simulierten Attentat im Stade de France ist am Dienstag ein Worst-Case-Szenario für die EM in Frankreich durchgespielt worden. mehr lesen 
Keine unabhängigen Informationen  Beirut - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat ihre Offensive im Norden Syriens am Dienstag fortgesetzt. ... mehr lesen   1
Idlib wurde mindestens sieben Mal aus der Luft angegriffen.
Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck nahm an der Gedenkfeier teil.
Erster Weltkrieg  Hamburg - Zum 100. Jahrestag der Skagerrak-Schlacht haben Deutschland und Grossbritannien am Dienstag gemeinsam der tausenden Toten des grössten Seegefechts der Geschichte ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mi Do
Zürich 4°C 7°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wechselnd bewölkt
Basel 3°C 8°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wechselnd bewölkt
St. Gallen 2°C 5°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Schneeregenschauer freundlich
Bern 0°C 6°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, aber kaum Regen
Luzern 5°C 7°C Schneeregenschauerleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Schneeregenschauer wechselnd bewölkt
Genf 2°C 8°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich bedeckt, wenig Regen
Lugano 4°C 14°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig wolkig, aber kaum Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten