Islamisten ziehen aus Mogadischu ab
publiziert: Samstag, 6. Aug 2011 / 12:11 Uhr / aktualisiert: Samstag, 6. Aug 2011 / 12:44 Uhr
Al-Schabab sprach von einem taktischen Rückzug. (Archivbild)
Al-Schabab sprach von einem taktischen Rückzug. (Archivbild)

Mogadischu - Die somalische Regierung hat nach eigenen Angaben die radikalislamischen Milizen der Al-Schabab in nächtlichen Kämpfen aus der Hauptstadt Mogadischu vertrieben. Al-Schabab sprach von einem taktischen Rückzug und kündigte Vergeltung an.

4 Meldungen im Zusammenhang
Der somalische Präsident Scheich Scharif Scheich Ahmed lobte die Sicherheitskräfte für die Vertreibung der «Friedenhasser und Terroristen» aus der Hauptstadt. «Ich rufe die somalische Bevölkerung dazu auf, ihren Soldaten zu helfen und sie zu unterstützen und alle Al-Schabab-Mitglieder auszuliefern, die sich in ihren Häusern verstecken», erklärte er am Samstag.

Ein Regierungssprecher sagte, die Somalier hätten nun erstmals seit 20 Jahren die goldene Gelegenheit zu sehen, dass ihre Regierung Mogadischu vollständig beherrscht. Die Regierungstruppen seien nach einem Angriff von Milizionären gegen die Islamisten vorgegangen. «Es gibt heute morgen keine Al-Schabab mehr in Mogadischu», erklärte der Sprecher.

Dagegen erklärte Al-Schabab-Sprecher Scheich Ali Mohamud Rage: «Wir haben unsere Taktik geändert. Deshalb haben wir uns aus Mogadischu zurückgezogen.» In anderen Städten des Landes bleibe die Miliz präsent, sagte der Sprecher einem von Al-Schabab geführten Radio.

Miliz kontrollierte Hälfte der Hauptstadt

Die Miliz, die seit Jahren gegen die schwache somalische Übergangsregierung kämpft, kontrollierte bislang gut die Hälfte Mogadischus, vor allem Gebiete im Nordosten der Hauptstadt. Die Regierungstruppen, die von Soldaten der AMISOM-Friedenstruppe der Afrikanischen Union unterstützt werden, kontrollieren unter anderem den Flughafen und den Seehafen Mogadischus.

Während des seit vier Jahren andauernden Aufstands der Islamisten-Gruppe hat sich deren Miliz bisher noch nie vollständig aus der Hauptstadt zurückgezogen. Zehntausende Menschen sind in dieser Zeit durch Gewalttaten ums Leben gekommen. Seit dem Sturz von Diktator Mohamed Siad Barre vor 20 Jahren hat das Land am Horn von Afrika de facto keine funktionierende Zentralgewalt mehr.

Von Dürrekatastrophe geplagtes Land

Somalia ist das von der Dürrekatastrophe am Horn von Afrika am meisten betroffene Land, zehntausende Somalier starben bereits. Die UNO hat mittlerweile für fünf Regionen eine offizielle Hungersnot erklärt.

Neben Teilen der Hauptstadt kontrolliert die Schabab-Miliz auch weite Teile des Südens und des Zentrums Somalias und damit auch von der Hungersnot betroffene Regionen. Dort behindert die islamistische Bewegung nach Angaben der UNO den Zugang zur Bevölkerung und verschärft damit die Hungersnot.

 

(fkl/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Mogadischu - Nach einem Angriff der kenianischen Armee auf die letzte Hochburg der radikalislamischen Al-Schabaab-Miliz ... mehr lesen
Kenianische Soldaten bei einer Einsatzbesprechung. (Symbolbild)
Somalische Rebellen und Regierungstruppen kämpfen weiterhin gegeneinander. (Archivbild)
Mogadischu - Wenige Tage nach dem überraschenden Rückzug der radikalislamischen Shabab-Miliz aus der somalischen ... mehr lesen
Addis Abeba/Nairobi - Bei einem bewaffneten Überfall auf eine Hilfsgüterlieferung der UNO sind in der somalischen Hauptstadt ... mehr lesen
Chaotische Lage in Somalia: Bewaffnete Soldaten sollen angeblich die Hilfslieferungen geplündert haben.
Mogadischu - Nur einen Tag nach dem Start der Luftbrücke der UNO für Hungernde in Somalia sind bei Kämpfen in der Hauptstadt Mogadischu mindestens 6 Menschen getötet worden. 19 Personen seien verletzt worden, teilte ein Behördensprecher mit. mehr lesen 
«Ich sage es ganz offen: Janukowitsch hat darum gebeten, nach Russland gebracht zu werden, und wir haben dies getan», sagte Putin.
«Ich sage es ganz offen: Janukowitsch hat darum gebeten, nach ...
Ukraine  Moskau - Der russische Präsident Wladimir Putin hat erstmals eingeräumt, dem entmachteten ukrainischen Staatschef Viktor Janukowitsch bei dessen Flucht unterstützt zu haben. Das Parlament in Kiew hatte Janukowitsch im Februar abgesetzt. 
Russland  Sotschi - Der russische Präsident Wladimir Putin hat ein «Vormachtstreben» der USA als Gefahr für den Weltfrieden kritisiert. Das «einseitige ...
«Heute ist die Wahrscheinlichkeit einer ganzen Kette schwerer Konflikte stark gestiegen - samt einer wenn nicht direkten, dann doch indirekten Teilnahme von Grossmächten»
Kerry beriet mehr als drei Stunden mit Russlands Aussenminister über den Kampf gegen den IS. (Archivbild)
Russland und USA verstärken Geheimdienst-Kooperation gegen IS Paris - Im Kampf gegen die Extremistenorganisation Islamischer Staat (IS) wollen die USA und Russland enger ...
Russland sucht wegen Sanktionen engere Anbindung an China Moskau - Russland will angesichts der westlichen Sanktionen ... 1
Schiesserei  Seattle - Bei Schüssen an einer High School bei Seattle im US-Bundesstaat Washington sind laut Medienberichten mehrere Menschen verletzt worden. Nach Angaben der Lokalzeitung «Seattle Times» tötete der Schütze sich nach der Tat am Freitag selbst.  
Titel Forum Teaser
  • Kassandra aus Frauenfeld 1025
    Ja und wir Christen haben es mit einem Gott zu tun, der seinen eigenen Sohn jämmerlich am Kreuz verrecken lässt. Ist das ... gestern 18:38
  • Kassandra aus Frauenfeld 1025
    Für mich ist die EU keineswegs ein Feindbild, schon gar nicht, wenn ich mir unsere Exporte ... gestern 17:45
  • Odyss aus Sachseln 1
    Schützenhilfe aus D Kavallerie, Zuckerbrot und Peitschen (P. Steinbrück) sind aus der ... gestern 14:16
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2515
    Wer... darauf gehofft hatte, die Türkei würde gegen den IS ins Feld ziehen und ... gestern 10:29
  • EdmondDantes1 aus Zürich 11
    oder wes Brot ich ess, des Lied ich sing da haben Sie die Scheinheiligkeit der Dame gut auf den Punkt gebracht. ... gestern 07:32
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2515
    PKK-Führer... Öcalan hockt auf der Insel Imrali im Gefängnis und hält sich in diesem ... Do, 23.10.14 15:20
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2515
    Das... kleine Israel muss sich behaupten in einer Region, wo sich regelmässig ... Do, 23.10.14 10:26
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2515
    Motive? Täter? Wird sich zeigen. Heute wird jedenfalls noch die ... Mi, 22.10.14 20:06
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
SA SO MO DI MI DO
Zürich 2°C 7°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Basel -0°C 9°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
St.Gallen 2°C 8°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Bern 1°C 12°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Luzern 2°C 11°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Genf 7°C 14°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Lugano 11°C 18°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
mehr Wetter von über 6000 Orten