Angst vor Vulkan
Island bringt Touristen in Sicherheit
publiziert: Mittwoch, 20. Aug 2014 / 16:51 Uhr
Blick auf den Bárdarbunga. (Archivbild)
Blick auf den Bárdarbunga. (Archivbild)

Reykjavik - Aus Angst vor einem Vulkanausbruch haben die isländischen Behörden etwa 70 Touristen in Sicherheit gebracht. Sie mussten ihre Unterkünfte nahe des Vatnajökull-Gletschers verlassen. Der Gletscher befindet sich auf der Spitze des Vulkans Bárdarbunga.

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Die Evakuierung am Dienstagabend sei sehr ruhig und geordnet vor sich gegangen, sagte der Verwalter des Vatnajökull-Nationalparkes, Hjörleifur Finnsson. «Wir hatten einen Plan für solche Fälle, und mit Hilfe des Roten Kreuzes konnten wir alle in Sicherheit bringen.» Bis um drei Uhr in der Nacht habe die Aktion gedauert.

Zum Zeitpunkt der Warnung hatten sich 200 Touristen in dem Park aufgehalten, aber nur rund 70 waren in dem betroffenen Gebiet unterwegs. Die Gegend nördlich des Vatnajökull-Gletschers ist vor allem bei Wanderern beliebt. Dauerbewohner gibt es dort nicht.

Die meisten Feriengäste reisen mit einem Auto an und übernachten in einer der vielen Hütten der Nationalparkverwaltung. So sei die Evakuierung relativ einfach gewesen, erklärte Hjörleifur.

Warnstufe Orange

Bis Montagabend hat das Meteorologische Institut auf Island 2600 Erdbeben gemessen. Das stärkste erreichte den Wert 4,5 auf der Richterskala. Die Warnstufe für den Vulkan wurde auf die zweithöchste Stufe «Orange» hinaufgesetzt, was eine erhöhte Aktivität mit erhöhtem Risiko einer Eruption bedeutet.

Derzeit gebe es zwar keine Anzeichen einer Eruption, doch könne diese aufgrund der Aktivität nicht ausgeschlossen werden, sagten die Meteorologen. Es gebe Anzeichen von Magma-Bewegungen. Am Dienstag war der Vulkan bereits seit vier Tagen aktiv.

Schneeschmelze befürchtet

«Wir befürchten in erster Linie, dass ein Vulkanausbruch zu einer gewaltigen Schneeschmelze führt, was wiederum Überschwemmungen zur Folge hätte», sagte der Meteorologe Sigþrúður Ármannsdóttir der isländischen Zeitung «Morgunblaðið».

Experten warnen davor, dass bei einer Eruption Asche in die Atmosphäre geschleudert würde, die den Flugverkehr in Nordeuropa und über dem Nordatlantik behindern könnte.

Im April 2010 hatte der Ausbruch des isländischen Gletschervulkans Eyjafjallajökull den Flugverkehr in weiten Teilen Europas lahmgelegt. Mehr als 100'000 Flüge fielen aus, über acht Millionen Reisende sassen zum Teil tagelang auf Flughäfen fest. Auch der Tourismus auf Island kam fast komplett zum Erliegen.

Auf Island sind gut 30 Vulkane aktiv. Die Insel mit ihren rund 317'000 Bewohnern erlebt im Durchschnitt alle fünf Jahre einen Vulkanausbruch.

(bert/sda)

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