Isolierung der «Atlantis» abgeplatzt
publiziert: Sonntag, 10. Sep 2006 / 15:25 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 10. Sep 2006 / 16:19 Uhr

Cape Carneval - Einen Tag nach dem Start der «Atlantis» haben Astronauten die US- Raumfähre im All auf Schäden untersucht.

Atlantis nimmt Kurs auf die Raumstation ISS.
Atlantis nimmt Kurs auf die Raumstation ISS.
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Beim Start der «Atlantis» hatten sich der NASA zufolge Stücke des Isolierschaums vom Treibstofftank gelöst. Doch die US-Raumfahrtbehörde NASA teilte mit, sie gehe nicht von einer Beschädigung aus. Die «Atlantis» war am Samstag mit zwei Wochen Verspätung zur Internationalen Raumstation (ISS) aufgebrochen. Eines der beim Start gelösten Isolierschaumteile sowie ein Eisstück könnten die «Atlantis» getroffen haben, so die NASA.

Die Astronauten suchten deshalb nach Kerben in dem Hitzeschild, indem sie den mit Sensoren und Kameras bestückten Roboterarm langsam über die Oberfläche der Raumfähre gleiten liessen. Derartige Untersuchungen gehören seit dem «Columbia»-Unglück zur Routine bei Weltraumflügen.

Erinnerungen an Columbia

Beim Start der Raumfähre «Columbia» hatte sich 2003 ein grösseres Stück Isolierschaum gelöst und den Hitzeschild beschädigt. Beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre war die «Columbia» über Texas zerbrochen. Sieben Astronauten starben, das Shuttle-Programm und der ISS-Bau wurden ausgesetzt.

Seitdem hat die NASA an Änderungen der Fähren gearbeitet, um ähnliche Probleme zu vermeiden. Der «Atlantis»-Flug ist der dritte Start eines Space Shuttles seit dem Absturz.

NASA zeigt sich beruhigt

Die NASA zeigte sich schon nach ersten Videoaufnahmen vom Start der «Atlantis» optimistisch. «Ich bin nicht nur nicht besorgt, sondern ich bin wirklich beruhigt, nachdem ich dieses Video gesehen habe», sagte Wayne Hale von der NASA.

Der «Atlantis»-Start hatte sich wegen schlechten Wetters und technischer Probleme verzögert. Die Rückkehr der Raumfähre zur Erde ist für den 20. September vorgesehen.

Weg frei für Weltraumtouristin

Die Besatzung muss die ISS spätestens bis zum 18. September verlassen, um Platz für die Ankunft einer russischen Sojus-Rakete mit zwei neuen Besatzungsmitgliedern für die Raumstation machen.

Ausserdem soll die Rakete die iranisch-amerikanische Unternehmerin Anousheh Ansari als Weltraumtouristin zur ISS bringen.

Herabfallende Teile

Hochauslösende Aufnahmen vom Start hätten mehrere abfallende Teile gezeigt - offenbar Schaumstoff und Eis, sagte der Direktor des Shuttle-Programms, Wayne Hale, etwa fünf Stunden nach Anheben der «Atlantis». An der Raumfähre sei kein Schaden erkennbar. «Wir betrachten Kleinigkeiten, ohne weitere Folgen.»

Am Sonntag allerdings werde die NASA weitere Aufnahmen des Shuttles von mehreren Radaren, Kameras und einem Sensor erhalten und diese dann in den kommenden drei bis vier Tagen auswerten. Der US- Fernsehsender CNN hatte Bilder gezeigt, auf denen zu sehen war, wie offenbar Isolierschaum vom Tank abbrach.

Missglückte Versuche

Nach mehreren missglückten Versuchen hob die US-Fähre mit sechs Astronauten an Bord am Samstag vom Kennedy-Raumfahrtzentrum in Cape Canaveral ins All ab und nahm Kurs auf die ISS, wo sie am Montagmorgen andocken soll.

Sie bringt 16 Tonnen Material zur ISS, darunter zwei grosse Solarschilde, mit denen die Stromleistung der Raumstation sich verdoppeln soll. Die «Atlantis» bleibt elf oder zwölf Tage im All.

Ehrgeizige Pläne

Die letzten Bauarbeiten an der halbfertigen ISS waren im November 2002 ausgeführt worden. Nach dem «Columbia»-Unglück im Februar 2003 war die Zunkunft der amerikanischen Raumfahrt ungewiss; seither flogen nur drei Raumfähren ins All. Die US-Raumfahrtbehörde plant 16 weitere Raumflüge, um die ISS bis 2010 fertigzustellen.

(ht/sda)

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