Israel droht Abbas mit Konsequenzen
publiziert: Dienstag, 15. Mrz 2005 / 19:22 Uhr

Jerusalem - Kurz vor der geplanten Übergabe der Stadt Jericho an die Palästinenser herrscht Missstimmung zwischen der israelischen Regierung und dem palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas. Beim Streit geht es um einen Häftling.

Mahmud Abbas gefährde die Bemühungen um vertrauensbildende Massnahmen.
Mahmud Abbas gefährde die Bemühungen um vertrauensbildende Massnahmen.
Abbas hatte die Freilassung eines Mannes angekündigt, der wegen eines tödlichen Attentats auf einen israelischen Minister in Jericho im Gefängnis sitzt. Abbas gefährde damit die Bemühungen um vertrauensbildende Massnahmen, erklärte die israelische Regierung.

Aussenminister Silwan Schalom drohte mit Konsequenzen, sollten die Palästinenser Achmed Sadat, einen Führer der Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP), nach der Übernahme der Sicherheitskontrolle in Jericho tatsächlich freilassen.

Freilassung entspreche den Vereinbarung

Abbas erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur reuters dagegen, dass die Freilassung von Kämpfern der Vereinbarung zwischen den Palästinensern und Israel entspreche. In israelischen Sicherheitskreisen hiess es, die Übergabe Jerichos werde durch den Streit nicht verzögert.

Israel hatte am Montagabend angekündigt, Jericho am Mittwoch zu übergeben. Die Übergabe der Stadt Tulkarem im Norden des Westjordanlandes könnte Anfang kommender Woche erfolgen, gefolgt von Kalkilijah, hiess es in einem Radiobericht.

Übergabe von Städten zugesagt

Israel hatte den Palästinensern Anfang Februar im ägyptischen Badeort Scharm el Scheich die Übergabe von fünf Städten im Westjordanland zugesagt.

Abbas versucht derzeit, die gewalttätigen Gruppen unter den Palästinensern zu einer offiziellen Waffenruhe zu bewegen. Seine Ankündigung, dass flüchtige Mitglieder der Gruppen im Kontrollbereich der palästinensischen Sicherheitskräfte Immunität vor einem israelischen Zugriff geniessen, könnte ihm dabei helfen.

Die grösste Extremistengruppe Hamas schloss einen langfristigen Waffenstillstand in der Auseinandersetzung mit Israel aus. Sie sei allenfalls zu einer Ruhepause über mehrere Monate bereit.

(rr/sda)

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