Israel rechtfertigt erneut Angriff auf Gaza-Flotte
publiziert: Donnerstag, 12. Aug 2010 / 00:01 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 12. Aug 2010 / 01:00 Uhr
Generalstabschef Gabi Aschkenasi. (Archivbild)
Generalstabschef Gabi Aschkenasi. (Archivbild)

Jerusalem - Nach Israels Regierung hat auch Generalstabschef Gabi Aschkenasi den gewaltsamen Einsatz gegen die internationale Flotte für Gaza vor einem Untersuchungsausschuss verteidigt. Die Schüsse seien gerechtfertigt gewesen.

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Die Einsatzkräfte hätten auf die geschossen, «bei denen das notwendig war, und nicht auf die gezielt, bei denen das nicht notwendig war». Das Feuer sei erst eröffnet worden, nachdem ein Aktivist einem israelischen Soldaten in den Bauch geschossen habe.

Bei ihrem «massvollen und gerechtfertigten» Einsatz hätten die israelischen Soldaten «einen kühlen Kopf und Mut» bewiesen, sagte Aschkenasi am Mittwoch vor dem Untersuchungsausschuss weiter. Bei der Erstürmung der internationalen Flotte waren am 31. Mai neun türkische Aktivisten getötet worden.

Den Vorwurf, bei einigen Aktivisten wiesen die Schüsse auf Hinrichtungen hin, wies er zurück. Einige Schüsse seien aus nächster Nähe abgegeben worden, weil es ein Kampf auf Leben und Tod gewesen sei. So sei einer der israelischen Soldaten mit einer Axt angegriffen worden.

Zur Verteidigung seiner Soldaten wies der Generalstabschef zudem darauf hin, dass ein Einsatz sich nicht ganz genau so ereigne wie vorgesehen, zumal nie restlos alle Informationen zu den Einsatzbedingungen vorlägen. «Der Unterschied zwischen einem Erfolg und einer Komplikation ist so fein wie ein Haar.»

Härteres Vorgehen angekündigt

Künftig werde Israels Armee Entern von Gaza-Hilfsschiffen gezielt auf gewalttätige Aktivisten schiessen, sagte Aschkenasi weiter. Es sei ein Fehler gewesen, dass die Soldaten nicht sofort «präzise Waffen» gegen diejenigen Aktivisten eingesetzt hätten, die Soldaten daran hindern wollten, das türkische Schiff zu entern.

Bilder der Armee zeigten, wie jeder Soldat, der sich aus einem Helikopter auf Deck herunterliess, von mehreren Aktivisten angegriffen wurde.

«Man hätte mit präzisen Waffen schiessen müssen, damit jene neutralisiert werden, die (die Soldaten) daran hindern, an Deck zu kommen - dies hätte die Gefahr für die Soldaten verringert. Dies ist die zentrale Lehre für den nächsten Einsatz», sagte Aschkenasi nach Angaben der israelischen Nachrichtenseite «ynet».

(bert/sda)

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