Israel riegelt Westjordanland erneut ab
publiziert: Sonntag, 8. Jun 2003 / 07:41 Uhr

Jerusalem/Gaza - Israel hat das Westjordanland erneut abgeriegelt. Laut Armeeangaben wurde die Massnahme von Verteidigungsminister Schaul Mofas wegen Warnungen vor möglichen anti-israelischen Anschlägen getroffen.

Der israelische Verteidigungsminister Schaul Mofas.
Der israelische Verteidigungsminister Schaul Mofas.
Die Warnungen stünden im Zusammenhang mit der Ablehnung der Ergebnisse des Nahost-Gipfels von Akaba durch radikale Palästinensergruppen. An dem Gipfel hatten US-Präsident George W. Bush, der israelische Regierungschef Ariel Scharon und der palästinensische Ministerpräsident Mahmud Abbas teilgenommen.

Fünf Palästinensergruppen trafen sich am Samstagabend in Gaza, um über die Ergebnisse der Nahost-Gipfel in Scharm el Scheich und Akaba zu beraten. Sie sprachen sich nach Angaben eines Teilnehmers der Versammlung für die Fortsetzung des Kampfs gegen Israel aus.

Wir haben beschlossen, die bewaffnete Intifada gegen Israel fortzuführen, weil wir die Gleichsetzung unseres Widerstands mit Terrorismus auf dem Gipfel in Akaba ablehnen, sagte das Führungsmitglied der Organisation Islamischer Dschihad, Mohammed el Hindi.

An dem Treffen nahmen ausserdem die radikalislamische Hamas, die Fatah-Organisation von Palästinenserpräsident Jassir Arafat, die Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) und die Demokratische Front für die Befreiung Palästinas (DFLP) teil. Vertreter der Gruppierungen wollten sich demnächst mit Abbas treffen, dessen Zugeständnisse an Israel sie ablehnen.

Israelische Soldaten haben drei Palästinenser erschossen, die versuchten, vom Gazastreifen nach Israel einzudringen. Nach Angaben des israelischen Radios waren die in israelische Uniformen gekleideten Männer schwer bewaffnet. Es sei zu einer heftigen Schiesserei gekommen. Sechs israelische Soldaten wurden verletzt.

(rr/sda)

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