Israel und Palästinenser verhandeln über Belagerung Arafats
publiziert: Mittwoch, 25. Sep 2002 / 14:52 Uhr

Jerusalem - Israel hat ungeachtet der UNO-Auforderungen zum Abbruch der Belagerung des Amtssitzes von Jassir Arafat in Ramallah das Gelände weiter abgeriegelt gehalten. Repräsentanten Israels und der Palästinenser trafen sich derweil zu neuen Verhandlungen.

Eine offizielle Stellungnahme von Ministerpräsident Ariel Scharon auf die amerikanische Bitte, die am Dienstag gefasste UNO-Resolution umzusetzen, gab es weiterhin nicht. Israels Aussenminister Schimon Peres sagte dem israelischen Radio, Israel sei an einer raschen und unblutigen Lösung der Krise interessiert.

Aus hohen israelischen diplomatischen Kreisen verlautete aber, das oberste Interesse liege in der Sicherheit der israelischen Bürger und nicht in der Erfüllung irgendeiner anti-israelischen Entscheidung, die die UNO fast traditionell trifft.

Gespräche Israels und der Palästinenser über ein Ende der Blockade in Ramallah waren am Montag gescheitert. Die Palästinenser lehnten die Forderung nach einer Namensliste aller etwa 200 Palästinenser, die sich bei Arafat aufhalten, ab. Auch die Forderung, bis zu 50 Palästinensern auszulierfern, wurde abgelehnt.

Die israelische Armee setzte ihre Politik fort, die Wohnungen von gesuchten oder inhaftierten mutmasslichen Extremisten zu sprengen. Nach Augenzeugenberichten wurden im Westjordanland drei Häuser, darunter von Mitgliedern der radikalen Hamas und des Islamischen Dschihad, zerstört. Elf Personen wurden festgenommen.

(sda)

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