Israelische Armee erschiesst Palästinenser
publiziert: Mittwoch, 31. Mrz 2004 / 17:15 Uhr

Gaza - Israelische Soldaten haben im Süden des Gazastreifens mehrere bewaffnete Palästinenser erschossen. Die Männer hätten versucht, eine jüdische Siedlung anzugreifen, hiess es bei der israelischen Armee.

Israelische Soldaten erschossen mehrere Palästinenser.
Israelische Soldaten erschossen mehrere Palästinenser.
Armeekreise in Tel Aviv bestätigten, dass zwei Männer unweit des Siedlungsblocks Gusch Katif bemerkt und von Schüssen getroffen worden seien.

Unklar sei, was aus einem dritten Palästinenser geworden ist, der an dem versuchten Angriff beteiligt war. Palästinensische Behörden in Gaza-Stadt hatten zuvor erklärt, drei Bewaffnete seien getötet worden.

Jüdische Siedler besetzen sieben Häuser

Im arabischen Ostteil Jerusalems kam es zu Zusammenstössen zwischen palästinensischen Einwohnern und jüdischen Siedlern. Wie das israelische Radio berichtete, hatten die Siedler sieben Häuser in dem Bezirk Silwan besetzt.

Derweil wurde bekannt, dass eine knappe Mehrheit der regierenden Likud-Partei des israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon nach den Angaben einer Umfrage dessen Rückzugsplan aus dem Gazastreifen befürwortet.

Insgesamt bejahten 51 Prozent der rund 190 000 Likud-Mitglieder Scharons Vorschläge, berichtete die Tageszeitung Jediot Ahronot unter Berufung auf eine Meinungsumfrage. 36 Prozent lehnten den Plan dagegen ab.

Referendum über Rückzugplan

Am Dienstagabend hatte sich das Likud-Präsidium für ein parteiinternes Referendum über Scharons Rückzugsplan ausgesprochen. Der Parteientscheid wird vermutlich nach Scharons Besuch in Washington am 14. April stattfinden.

Scharons Plan zur Aufgabe von 17 jüdischen Siedlungen im Gazastreifen sowie einiger Siedlungen im Westjordanland ist auch innerhalb seiner eigenen Partei sehr umstritten.

Weg zum Friedensprozess

Der Abzug könnte nach Einschätzung des palästinensischen Ministerpräsidenten Ahmed Korei den Weg für eine Wiederbelebung des Friedensprozesses bereiten. Korei begrüsste vor Abgeordneten in Ramallah den geplanten Abzug.

(pt/sda)

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