Israelische Armee lockert Einreisebestimmungen für Palästinenser
publiziert: Sonntag, 30. Nov 2003 / 09:13 Uhr

Jerusalem - Israel hat die Einreisebestimmungen für palästinensische Arbeitskräfte leicht gelockert. Die Altersgrenze werde von 35 auf 28 Jahre gesenkt und die Zahl der Einreisenden erhöht, teilte ein Militärsprecher mit.

Israelis kontrollieren einen Palästinenser an einem Checkpoint.
Israelis kontrollieren einen Palästinenser an einem Checkpoint.
Künftig dürften aus dem Gazastreifen bis zu 15 000 Arbeitskräfte nach Israel einreisen sowie 4000 Geschäftsleute. Bisher hatten 10 000 Arbeiter und 1000 Händler ab einem Alter von 35 Jahren Zugang nach Israel bekommen.

Vor Beginn der zweiten Intifada im September 2000 waren mehr als 100 000 Palästinenser täglich vom Gazastreifen oder dem Westjordanland aus legal zum Arbeiten nach Israel gependelt; weitere rund 100 000 reisten zur Schwarzarbeit ein.

Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon wies nach Angaben eines Vertrauten derweil die Forderungen des palästinensischen Regierungschefs Ahmed Korei nach einem Stopp der Sperranlage zum Westjordanland zurück.

Scharon habe deutlich gemacht, dass er keine Vorbedingung für ein Treffen mit Korei akzeptieren werde, sagte der Likud-Abgeordnete Guidon Saara im öffentlichen israelischen Radio.

Korei hatte am Samstag ein Treffen zwar nicht ausgeschlossen, zugleich aber gesagt, falls Israel den Sperrwall weiterbauen werde, sei ein Treffen zwischen ihm und Scharon unnötig.

Zuvor hatte Israel die Kritik von UNO-Generalsekretär Kofi Annan an der Sperranlage zu den Palästinensergebieten in scharfer Form zurückgewiesen und den Vereinten Nationen Parteinahme für die Palästinenser vorgeworfen.

Das israelische Aussenministerium bezeichnete den Bau der Sperranlage als alternativlos, solange sich die palästinensische Führung nicht entschieden gegen Terrororganisationen stelle. Der Schutzwall sei keine politische Grenze, sondern ein Mittel der Selbstverteidigung.

(rr/sda)

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