Israelische Armee rückt im Norden des Gazastreifens weiter vor
publiziert: Donnerstag, 9. Sep 2004 / 11:45 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 9. Sep 2004 / 12:36 Uhr

Jerusalem - Die israelische Armee hat in der Nacht zum Donnerstag ihre Offensive im Norden des Gazastreifens fortgesetzt. Nach palästinensischen Angaben wurde bei Bet Lahia ein Palästinenser getötet.

Sieben weitere Palästinenser wurden verletzt. Soldaten hätten aus einem Kampfhelikopter das Feuer auf eine Gruppe Bewaffneter eröffnet, hiess es.

Im Morgengrauen waren Truppenverbände mit zahlreichen Panzern in die Aussenbezirke des nahe gelegenen Flüchtlingslagers Dschabalia eingedrungen. Bislang hatte die Armee es zumeist vermieden, so tief in palästinensisches Gebiet vorzudringen.

Nach Angaben eines Militärsprechers sollte mit dem Einsatz der Abschuss palästinensischer Kassam-Raketen gestoppt werden, die immer wieder von Dschabalia aus auf Ziele in Israel abgefeuert würden. Zuletzt waren sieben Raketen dieses Typs auf Ziele im Süden Israels abgefeuert worden, ohne jedoch Schaden anzurichten.

Die israelische Regierung stellte erneut die baldige Ausweisung des palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat in Aussicht. Der Tag, an dem Arafat verbannt werde, sei näher denn je, sagte Israels Aussenminister Silwan Schalom nach Medienberichten vor Mitgliedern seiner Likud-Partei.

Bereits zu Wochenbeginn hatte Verteidigungsminister Schaul Mofas betont, Israel strebe weiterhin eine Ausweisung Arafats an. Vor einem Jahr hatte die israelische Regierung grundsätzlich die Ausweisung Arafats beschlossen.

In der Begründung des Beschlusses hiess es, der Palästinenserführer stelle ein absolutes Hindernis für eine Versöhnung Israels und der Palästinenser dar. Israel werde den angemessenen Zeitpunkt sowie den Weg einer Verbannung festlegen, hiess es damals. Arafat ist seit Dezember 2001 fast ohne Unterbrechung in seinem Hauptquartier in Ramallah isoliert.

(fest/sda)

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