Israelische Armee zerstört Haus von Fatah-Funktionär
publiziert: Dienstag, 12. Nov 2002 / 09:58 Uhr

Jerusalem - Die israelische Armee reagiert auf den Überfall auf einen Kibbuz, bei dem am Montag fünf Menschen starben. Sie hat das Haus eines mutmasslichen Drahtziehers zerstört.

Das Haus von Mohammad Naifeh, einem ranghohen Mitglied der Fatah-Organisation, sei in der Nacht im Dorf Schuweikeh im Westjordanland abgerissen worden, teilte die Armee mit.

Unterdessen zog sich die Armee nach Angaben von Augenzeugen am Morgen nach wenigen Stunden wieder aus dem Flüchtlingslager Tulkarem zurück. Niemand sei dort verhaftet worden.

Augenzeugen berichteten, die Soldaten hätten das Haus des Fatah-Funktionärs mit Dynamit gesprengt. Die Zerstörung von Häusern sei eine Massnahe gegen den Terrorismus, rechtfertige die Armee die Aktion.

Seit August zerstörte das Militär mehr als 70 Häuser mutmasslicher Attentäter oder ihrer Familien. Menschenrechtsorganisationen verurteilen dieses Vorgehen als ungerechtfertigte kollektive Bestrafung.

In einer Erklärung machte die Armee Naifeh für den Angriff auf den Kibbuz Mezer verantwortlich. Dort hatte ein Palästinenser in der Nacht zum Montag fünf Menschen erschossen, unter ihnen eine Mutter und ihre beiden kleinen Kinder.

Der Attentäter entkam. Zum Angriff bekannten sich die El-Aksa-Brigaden, der bewaffnete Arm der Fatah-Organisation von Palästinenserpräsident Jassir Arafat.

(bert/sda)

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