Israelischer Hubschrauber beschoss palästinensisches Dorf
publiziert: Samstag, 28. Okt 2000 / 06:45 Uhr

Jerusalem - Am Ende eines Tages voller Gewalt in den palästinensischen Gebieten, wobei vier Menschen getötet wurden, haben sich Israelis und Palästinenser am Freitagabend im Süden Jerusalems erneut Feuergefechte geliefert. Palästinensische Gewehrschützen beschossen vom Dorf Beit Dschalla aus den Südjerusalemer Vorort Gilo und beschädigten dabei neun Wohnungen und eine Schule.

Daraufhin nahmen israelische Soldaten Beit Dschalla mit Maschinengewehren unter Feuer. Ein Hubschrauber kreiste über dem Dorf und schoss eine Rakete auf Beit Dschalla ab. Die Schusswechsel zwischen Gilo und Beit Dschalla sind seit dem Wiederaufflammen der Kämpfe vor einem Monat zu einem fast allabendlichen Ritual geworden. Am Freitag standen sie am Ende gewaltsamer Auseinandersetzungen zwischen israelischen Soldaten und palästinensischen Jugendlichen an mehreren Orten des Westjordanlandes und Gazastreifens. Dabei wurden vier Palästinenser tödlich verwundet und rund 150 Personen verletzt. In mehreren Orten gab es Demonstrationen. Die Unruhen waren nach dem Ende der Freitagsgebete in den Moscheen ausgebrochen. Die Palästinenser haben die Freitage seit Beginn der jüngsten Unruhen zu «Tagen des Zorns» erklärt. US-Präsident Bill Clinton äußerte sich in Washington erschüttert über die anhaltende Gewalt. Diese müsse schnellstmöglich gestoppt werden, wenn weiter über den Frieden geredet werden solle. Clinton hat den israelischen Ministerpräsidenten Ehud Barak und den palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat zu getrennten Gesprächen nach Washington eingeladen.

(sda)

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