Dem Krebs erlegen
Israels Ex-Mossad-Chef Meir Dagan tot
publiziert: Donnerstag, 17. Mrz 2016 / 12:27 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 17. Mrz 2016 / 13:29 Uhr

Jerusalem - Meir Dagan, der als langjähriger Chef des israelischen Auslandsgeheimdienstes Mossad einen Geheimkrieg gegen das iranische Atomprogramm führte, ist tot. Der 71-jährige verstarb am Donnerstagmorgen nach langer Krankheit.

4 Meldungen im Zusammenhang
Dies teilte die israelische Regierung mit. Dagan, der 1945 im russischen Nowosibirsk als Meir Hubermann geboren wurde, litt an Krebs. Vor drei Jahren hatte er sich in Weissrussland einer Transplantation unterzogen.

Der Berufsoffizier und Armeegeneral war von 2002 bis 2010 Direktor des Mossad, der als einer der effizientesten Spionagedienste der Welt gilt. In seine Dienstzeit fielen verdeckte Massnahmen zur Sabotage des iranischen Atomprogramms, für die ihm der damalige israelische Ministerpräsident Ariel Scharon freie Hand gab.

Dazu gehörten laut israelischen Medienberichten Attentate auf iranische Atomforscher, Explosionen in Nuklearanlagen und Angriffe mit dem Computerwurm Stuxnet auf die Urananreicherungsanlage in Natans. Der Mossad nahm zu diesen Berichten nie Stellung.

Möglicherweise Angriff auf Iran verhindert

Zugleich sprach sich Dagan gegen Ende seiner Amtszeit zusammen mit Generalstabschef Gabi Aschkenasi gegen offene israelische Luftangriffe auf iranische Atomanlagen aus. Wäre der Verstorbene 2010 nicht Mossad-Chef gewesen, hätte Israel «möglicherweise» den Iran angegriffen, sagte am Donnerstag im Armeeradio der frühere Regierungschef und Verteidigungsminister Ehud Barak. «Beide Positionen waren legitim und Dagan kämpfte für seine.»

«Den Iran anzugreifen, bevor alle anderen Vorgehensweisen ausgeschöpft sind, ist in meinen Augen nicht tragfähig», erklärte dazu Dagan im Gespräch mit dem US-Sender CBS, als er aus dem Mossad ausschied.

Dabei war der Geheimdienstchef nie zimperlich. In seine Amtszeit fallen der Anschlag mit einem Sprengstoffauto auf den Militärchef der Hisbollah, Imad Moughnieh, 2008 in Damaskus, ein Luftangriff im Sudan auf einen iranischen Waffentransport für die Hamas im Gazastreifen im gleichen Jahr und 2007 die Bombardierung einer syrischen Atomanlage.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu reagierte am Donnerstag mit «tiefer Trauer» auf Dagans Tod und beschrieb ihn als «grossen Kämpfer».

(pep/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Jerusalem - Wegen eines Streits mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ... mehr lesen
Mosche Jaalon zieht sich aus der Politik zurück.
Demonstration gegen die Politik von Regierungschef  Benjamin Netanjahu.
Tel Aviv - Anderthalb Wochen vor der Parlamentswahl in Israel haben zehntausende Menschen in Tel Aviv für politische Veränderungen demonstriert. An der Kundgebung beteiligten sich am ... mehr lesen
In der Affäre um gefälschte Pässe ... mehr lesen
Israels Aussenminister Avigdor Lieberman wies die Vorwürfe zurück.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Gezi Park Proteste in Istanbul in 2013. (Archivbild)
Gezi Park Proteste in Istanbul in 2013. ...
«Überall ist Taksim, überall ist Widerstand»  Istanbul - Zum dritten Jahrestag des Beginns der Gezi-Proteste haben in Istanbul Hunderte Menschen gegen die islamisch-konservative Staatsführung der Türkei demonstriert. mehr lesen 1
Keine unabhängigen Informationen  Beirut - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat ihre Offensive im Norden Syriens am Dienstag fortgesetzt. Versuche von oppositionellen syrischen Kräften, die am Freitag begonnene Offensive zurückzuschlagen, seien gescheitert. mehr lesen   1
Erster Weltkrieg  Hamburg - Zum 100. Jahrestag der Skagerrak-Schlacht haben Deutschland und Grossbritannien am Dienstag gemeinsam der tausenden Toten des grössten Seegefechts der Geschichte ... mehr lesen
Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck nahm an der Gedenkfeier teil.
Die Schweizer Botschaft in Berlin mit Tunnel-Schriftzug.
Gotthard 2016  Berlin - «Tunnel» - mit sechs Riesenbuchstaben feiert die Schweizer Botschaft in Berlin die Eröffnung des neuen Gotthard-Basistunnels. Während zwei Monaten wird der ... mehr lesen   1
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 8°C 20°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich stark bewölkt, Regen
Basel 10°C 20°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen bewölkt, etwas Regen
St. Gallen 14°C 17°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig bewölkt, etwas Regen
Bern 7°C 19°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen gewittrige Regengüsse
Luzern 6°C 20°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich gewittrige Regengüsse
Genf 7°C 21°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen gewittrige Regengüsse
Lugano 11°C 19°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich Wolkenfelder, kaum Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten