Ratgeber
Ist das Aussetzen von Tieren strafbar?
publiziert: Mittwoch, 19. Feb 2014 / 14:02 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 19. Feb 2014 / 19:25 Uhr
Festgebunden und alleine gelassen.
Festgebunden und alleine gelassen.

Ein Tier auszusetzen bedeutet, es aus seinem geschützten Umfeld an einen Ort zu bringen, an dem sein Wohlergehen erheblich gefährdet ist. Damit begeht der Täter zumindest eventualvorsätzlich eine Tierquälerei.

2 Meldungen im Zusammenhang
Das Aussetzen von Tieren ist gestützt auf das Schweizer Tierschutzgesetz verboten und erfüllt den Tatbestand der Tierquälerei. Ein Tier auszusetzen bedeutet, es in der Absicht, sich seiner zu entledigen, aus seinem geschützten Umfeld an einen anderen Ort zu bringen und dort sich selbst zu überlassen.

Damit nimmt der Täter in Kauf, dass dem Tier in der fremden Umgebung etwas zustossen könnte. Ausschlaggebend für die Erfüllung des Tatbestands ist die Entledigungsabsicht des Täters. Wird beispielsweise der Hund auf dem Autobahnrastplatz versehentlich vergessen, aber wieder von seinem Halter abgeholt wird, ist der Tatbestand des Aussetzens nicht erfüllt. Täter kann jede Person sein, in deren Obhut sich ein Tier befindet, neben dem Halter also beispielsweise auch ein Tiersitter oder eine andere Aufsichtsperson.

Strafbar, auch wenn dem Tier nichts zustösst

Insbesondere in den Sommermonaten liest man immer wieder von ausgesetzten Tieren. Deren Halter möchten verreisen, sind aber nicht bereit, ihre Tiere in einer Tierpension unterzubringen oder haben sich erst zu spät bemüht und keinen entsprechenden Ferienplatz mehr gefunden und überlassen ihre Tiere deshalb sich selbst.

Das Aussetzen von Tieren kann in verschiedenen Formen geschehen, so beispielsweise durch das Anbinden eines Hundes an einem Baum, das Ausleeren von Fischen in einen Teich, das permanente Aussperren einer Katze oder das Platzieren von Tieren am Wegesrand. Ebenso verboten ist das Zurücklassen von Tieren in einer verlassenen Wohnung. Entscheidend für die Strafbarkeit ist bei allen Varianten, dass das Tier aus einer sicheren Lage, in eine gefährliche Situation gebracht wird, die sein Wohlergehen gefährden kann. Dass ihm tatsächlich etwas zustösst, ist hingegen nicht erforderlich. Es ist somit bereits strafbar, das Tier vor einem Tierheim auszusetzen in der Hoffnung, dass es dort gefunden und in Obhut genommen wird.

Findeltiere müssen gemeldet werden

Wer ein Tier findet, muss dies der kantonalen Meldestelle für Findeltiere melden, auch wenn er den Eindruck hat, es sei ausgesetzt worden. Schliesslich ist es auch möglich, dass es seinem Halter gestohlen und anschliessend zurückgelassen wurde.

(li/Tier im Recht)

Lesen Sie hier mehr zum Thema
Das Zürcher Obergericht musste sich ... mehr lesen
Der Tatbestand ist bereits erfüllt, wenn sich der Täter in Entledigungsabsicht vom Tier entfernt. (Symbolbild)
Die Fragen können telefonisch oder per Mail, sowie über ein spezielles Formular gestellt werden.
Der rechtliche Tierschutz ist eine komplexe und für juristische Laien oftmals nicht überschaubare Materie. Deshalb bietet die Stiftung für das Tier im Recht (TIR) ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Eine Kastrationspflicht für Katzen wurde im Ausland bereits an verschiedenen Orten erfolgreich eingeführt.
Eine Kastrationspflicht für Katzen wurde im Ausland bereits an verschiedenen ...
Jetzt Petition unterschreiben  Die Tierschutzorganisationen Network for Animal Protection (NetAP) und Stiftung für das Tier im Recht (TIR) fordern Bundesrat und Parlament auf, eine Kastrationspflicht für Freigänger-Katzen einzuführen, um die übermässige Vermehrung von Katzen einzudämmen und so das Katzenleid in der Schweiz zu vermindern. mehr lesen 
20 Jahre Tier im Recht  Die Stiftung für das Tier im Recht (TIR) feiert ihr 20-jähriges Bestehen. Im Rahmen eines Jubiläumsanlasses verleiht sie erstmals den internationalen «TIR ... mehr lesen
Die TIR setzt sich seit Jahren für Importverbote tierquälerisch erzeugter Produkte ein.
Jagdtourismus  Seit Anfang des Jahres widmet sich die ... mehr lesen  
TIR-Flyer Nr. 33  Das Mit- und Vorführen von Wildtieren in ... mehr lesen
TIR-Themenflyer «Keine Wildtiere im Zirkus».
Frauenrechtlerin Ada Wright in London, 1910: Alles könnte anders sein, aber nichts ändert sich.
Regula Stämpfli seziert jeden Mittwoch das politische und gesell- schaftliche Geschehen.
Regula Stämpfli
«Hier hätte ich noch eine Resistenz - gern geschehen!» Schematische Darstellung, wie ein Bakerium einen Plasmidring weiter gibt.
Patrik Etschmayers exklusive Kolumne mit bissiger Note.
Patrik Etschmayers
Obama in Hanoi mit der Präsidentin der Nationalversammlung, Nguyen Thi Kim Ngan auf einer Besichtigungstour: Willkommenes Gegengewicht zu China.
Peter Achten zu aktuellen Geschehnissen in China und Ostasien.
Peter Achten
Recep Tayyp Erdogan: Liefert Anstoss, Strafgesetzbücher zu entschlacken.
Skeptischer Blick auf organisierte und nicht organisierte Mythen.
Freidenker
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Do Fr
Zürich 10°C 24°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Basel 11°C 26°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
St. Gallen 9°C 21°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Bern 8°C 23°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Luzern 10°C 23°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
Genf 13°C 25°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Lugano 17°C 28°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten