Ist die US-Wahl 2008 schon entschieden?
publiziert: Donnerstag, 16. Okt 2008 / 20:31 Uhr

Ist es schon vorbei? Noch sind es über zwei Wochen, bis die Amerikaner am 4. November zur Wahl gehen. Wissen wir trotzdem schon, wie es ausgehen wird?

Der Demokrat Barack Obama scheint das Wettrennen für sich entschieden zu haben.
Der Demokrat Barack Obama scheint das Wettrennen für sich entschieden zu haben.
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Vielleicht. Der Demokrat Barack Obama scheint das Wettrennen für sich entschieden zu haben. Seine Führung ist erheblich und wächst ständig.

Wir geben Obama einen 8-prozentigen Punktevorsprung. Aber die Spanne wird durch das US-amerikanische Wahlmänner-System noch relativiert.

Man braucht 270 Wählerstimmen, um zu gewinnen. CNN schätzt, dass Obama durchaus 277 zu erwarten hat, McCain kann auf 174 hoffen, und 87 sind noch unentschlossen. Anders gesagt, Obama hat das Wahlmänner-Gremium schon gewonnen, auch wenn McCain es schaffen sollte, jede einzelne Stimme zu bekommen, die noch zu kriegen ist.

Prominente Republikaner können ihre Verzweiflung schwerlich verbergen

Der sich im Ruhestand befindende republikanische Senator John Danforth erzählte der New York Times, dass «in diesem Jahr alles, was zu Obamas Gunsten geschehen könnte, tatsächlich zu seinen Gunsten geschieht.»

«Alles, was sich gegen McCain richten könnte, wendet sich gegen ihn. Dies ist wirklich die schlimmste Variante eines perfekten Sturmes.»

Und dennoch ist die Wahl noch Wochen entfernt

Es besteht immer noch die Möglichkeit, für eine, wie amerikanische Politiker es nennen, «Oktober-Überraschung»: ein plötzliches Ereignis, dass die Wahlpläne der Leute ändert.

Richard Nixon zum Beispiel war die vorzeitige Ankündigung des unmittelbar bevorstehenden Kriegsendes in Vietnam im Oktober 1972 behilflich. (Ein Konflikt, der tatsächlich erst drei Jahre später endete.)

Oder die Wähler machen in den Umfragen falsche Angaben. CNN hat einen Querschnitt sämtlicher amerikanischer Umfragen erstellt, und US-Meinungsforscher nennen dies den «Bradley Effekt», nach Tom Bradley, ein afroamerikanischer Kandidat, der ganz vorn in den Umfragen lag, aber 1982 seine Gouverneur-Kampagne in Kalifornien verlor.

Die Dinge können sich noch günstig für McCain entwickeln

Die Vermutungen von damals legten nahe, dass die weissen Wähler ihre Wahlabsichten verdrehten, um den Vorwurf des Rassismus zu vermeiden. Die Dinge können sich auch aus anderen Gründen noch günstig für McCain entwickeln deshalb, weil er ein entschlossener Mann ist, der sagt, er werde nicht aufgeben.

«Ich wurde schon bei so vielen Gelegenheiten abgeschrieben», sagte er meiner CNN-Kollegin Dana Bash, «schwer für mich das zu zählen... Wir liefern einen guten Kampf – darum geht es.»

McCain hat nur noch wenige Wochen zum kämpfen. Und viele seiner Anhänger vermuten, dass die Schlacht bereits vorbei sei.

Jonathan Mann - Campaign Trail Column für den 17.10.08
Dieser Text stammt von Jonathan Mann, Moderator und Journalist bei CNN International. Er moderiert das wöchentliche Politmagazin «The Campaign Trail» auf CNN International. Der Text steht in der Schweiz exklusiv für news.ch zur Verfügung.

(CNN-Kolumne von Jonathan Mann)

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