Ital. Journalistin wieder frei
publiziert: Freitag, 4. Mrz 2005 / 19:30 Uhr / aktualisiert: Freitag, 4. Mrz 2005 / 20:10 Uhr

Rom - Nach einem Monat in der Gewalt von Entführern im Irak ist die italienische Journalistin Giuliana Sgrena wieder frei. Das bestätigte der italienische Staatschef Carlo Azeglio Ciampi am Abend in Rom.

Giuliana Sgrena war am 4. Februar in Bagdad entführt worden.
Giuliana Sgrena war am 4. Februar in Bagdad entführt worden.
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Auch Sgrenas Arbeitgeber, die linksgerichtete Zeitung "Il Manifesto", gab unter Berufung auf den italienischen Geheimdienst die Freilassung der 56-Jährigen bekannt. Sgrena schreibt auch für die deutsche Wochenzeitung "Die Zeit".

Ciampi dankte allen, die zur Freilassung Sgrenas beigetragen hätten. "Ich bin sehr bewegt und glücklich", sagte die italienische Vize-Aussenministerin Margherita Boniver in einer ersten Reaktion. Ihre Kollegen der Zeitung "Il Manifesto" reagierten mit Jubel und Freudentränen auf die Nachricht von der Freilassung.

Per Flugzeug nach Rom

Eine Vertreterin des italienischen Aussenministeriums sagte, Sgrena werde in den Nachtstunden per Flugzeug nach Rom gebracht. Näheres zu den Umständen ihrer Befreiung und zu ihrer Zeit in Geiselhaft wurde nicht bekannt. Der arabische Sender Al Dschasira hatte zuvor berichtet, die Reporterin sei in Bagdad freigelassen worden.

Sgrena war am 4. Februar von ihren Entführern verschleppt worden, nachdem sie eine Moschee in Bagdad aufgesucht hatte, in der Flüchtlinge aus Falludscha Unterschlupf gefunden hatten.

Zu ihrer Entführung hatten sich verschiedene Gruppen bekannt, ohne dass die Echtheit der Bekennerschreiben nachgewiesen werden konnte. Auch über mögliche Forderungen der Entführer wurde nichts bekannt.

Videoband

Am 16. Februar veröffentlichten die Entführer ein Videoband, auf dem die sichtlich gezeichnete Sgrena unter Tränen um ihr Leben und um den Abzug der italienischen Truppen aus dem Irak bat.

Drei Tage später demonstrierten in Rom eine halbe Million Menschen für die Freilassung der Journalistin. Italien hat 3000 Soldaten in den Irak entsandt. Die linksgerichtete Zeitung "Il Manifesto", für die Sgrena seit 1988 arbeitet, hatte die Beteiligung Italiens am Irak-Krieg stets kritisiert.

(bert/sda)

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