Italien baut mit Hilfe aus Paris neue Atomkraftwerke
publiziert: Dienstag, 24. Feb 2009 / 19:31 Uhr

Rom - Mehr als 20 Jahre nach dem Atomausstieg will Italien mit französischer Hilfe neue Atomkraftwerke bauen. Der französische Staatschef Nicolas Sarkozy und der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi unterzeichneten in Rom ein entsprechendes Abkommen.

Die Italiener hatten 1987, kurz nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl, per Referendum den Atomausstieg beschlossen.
Die Italiener hatten 1987, kurz nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl, per Referendum den Atomausstieg beschlossen.
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Es sieht die Zusammenarbeit im Bereich der Atomenergie vor und beinhaltet den Bau neuer Kernkraftwerke. Bis «spätestens 2020» soll das erste Akw ans Netz gehen.

Das Abkommen betrifft aber die Bereiche Forschung, der Umgang mit atomaren Abfällen sowie den Neubau von Atomkraftwerken und gilt als erster konkreter Schritt Italiens bei der Rückkehr zur Atomenergie.

Partnerschaftsabkommen

Die Chefs des französischen Stromriesen Electricité de France (EDF) und der italienische Energiekonzern Enel unterzeichneten parallel ein Partnerschaftsabkommen über den Bau von «mindestens» vier Europäischen Druckwasserreaktoren (EPR) der dritten Generation.

Italien hatte kurz nach dem neuerlichen Regierungsantritt Berlusconis im Mai 2008 angekündigt, nach mehr als zwei Jahrzehnten wieder zur Atomkraft zurückzukehren.

Atomausstieg

Die Italiener hatten 1987, kurz nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl, per Referendum den Atomausstieg beschlossen. Damals waren die vier aktiven Atomkraftwerke des Landes abgeschaltet worden.

Das G8-Mitglied Italien hängt bisher bei der Energieversorgung erheblich von Importen vor allem aus Russland und Algerien ab. Mit der bilateralen Vereinbarung stärkt Rom die Zusammenarbeit mit dem europäischen Atomstrom-Riesen Frankreich.

«Es geht auch um Fragen der Reaktorsicherheit, der technischen Kooperation, der Stilllegung alter Anlagen und der Zusammenarbeit mit Drittländern auf industrieller Ebene», teilte das italienische Industrieministerium in Rom zu dem Rahmenabkommen mit.

(sl/sda)

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