Migranten als Geheimwaffe Gaddafis
Italien befürchtet neue Flüchtlingswelle aus Libyen
publiziert: Donnerstag, 14. Apr 2011 / 18:22 Uhr
Gaddafi habe über 15'000 Flüchtlingen die Möglichkeit gegeben, Italien zu erreichen.
Gaddafi habe über 15'000 Flüchtlingen die Möglichkeit gegeben, Italien zu erreichen.

Rom - Italien befürchtet eine neue Flüchtlingswelle aus Libyen. Nach Angaben der italienischen Geheimdienste könnten Migranten zur neuen Geheimwaffe des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi werden, um den Westen unter Druck zu setzen.

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Gaddafi habe über 15'000 Flüchtlinge aus dem Tschad und anderen Kriegsgebieten freigelassen, die sich bisher in Auffanglagern befanden, um ihnen die Möglichkeit zu geben, Italien zu erreichen, berichtete der Direktor des Geheimdienstes AISI, Giorgio Piccirillo, in einer Ansprache vor dem Parlament am Donnerstag. Die meisten Flüchtlinge würden von der libyschen Ortschaft Zuwarah abfahren, die noch vom Gaddafi-Regime kontrolliert wird.

Die Regierung hält dagegen die akuteste Phase der Flüchtlingswelle aus Tunesien für beendet. «Das Abkommen mit Tunesien funktioniert. Alle Migranten, die nach dem 5. April eingetroffen sind, werden abgeschoben. Jetzt müssen wir das Kontrollsystem und die Patrouillen an den Küsten stärken», berichtete der italienische Innenminister Roberto Maroni am Donnerstag.

Provisorische Aufenthaltsgenehmigung

Die 20'000 Migranten, die in den letzten Wochen Italien erreicht haben, sollen laut dem Minister in den nächsten Tagen eine provisorische Aufenthaltsgenehmigung erhalten, mit dem sich im Schengen-Raum frei reisen dürfen - sofern sie einen Pass und genügend Geld für ihren Unterhalt aufweisen können.

Diese Massnahme Italiens hatte für heftige Proteste vieler anderer EU-Länder gesorgt. Nach einem Treffen mit EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso in Brüssel bekräftigte der französische Premierminister Francois Fillon am Donnerstag die Kritik an der italienischen Flüchtlingspolitik.

Es gebe im Schengenraum «keine Regel die vorsieht, dass sich Wirtschaftsflüchtlinge frei in Europa bewegen», sagte er. Die Menschen, die aus Tunesien nach Italien gelangt seien, sollten nicht unter den übrigen Mitgliedsstaaten verteilt werden.

(bg/sda)

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Lieber zombie 1969
"... Aus der Vergangenheit hat man augenscheinlich noch nichts dazu gelernt. Und das werden einige Einheimische erneut nicht überleben ..."

Ich glaube, es ist zu früh, um dem HEUTIGEN Bundesrat und den heutigen Leuten, die sich überlegen müssen, wie diese Menschen ( wenn auch keine einfachen ...!) empfangen werden, wenn sie denn glaubwürdig ihre Flucht - nicht alleine wegen Arbeitssuche - vor der Gewalt des Staates, aus dem sie herkommen, belegen können!

Heute, meine ich, sind unsere Behörden, die diese Flüchtlinge beurteilen müssen, schon mehr professionalisiert, als vor noch wenigen Jahren. Ich glaube "man hat wirklich viel dazu gelernt!". So gesehen werde auch ich einmal zuwarten, bevor ich alle in der Luft zerreisse, die diese Prüfaufgabe haben werden oder schon haben, wenn denn diese Flüchtlinge bei uns ankommen werden!

Einige sind schon da, hörte ich ...
Was heisst das für die CH.
Wer erst einmal den Fuss drin hat geht ganz sicher nicht mehr. Denn der, der geht wäre ja nur dumm. Und mit den ankommenden Flüchtlingen aus Nordafrika wird es genau gleich ablaufen wie mit den Balkanflüchtlingen. Grosse Sprüche vom BR man werde nur echte Flüchtlinge dulden hin oder her. Aus der Vergangenheit hat man augenscheinlich noch nichts dazu gelernt. Und das werden einige Einheimische erneut nicht überleben denn diese angeblichen Flüchtlinge aus Nordafrika sind eines ganz anderen Kalibers als jene dazumal aus dem Balkan. Hier wird man eine Zuwanderung zulassen die wie vorgenannt einigen den Kopf kosten werden, wortwörtlich.
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